Nicht wenige fühlen sich an den jungen Manuel Neuer erinnert, wenn Alexander Nübel wieder einmal das Tor des FC Schalke 04 hütet. Der 22-Jährige war in den vergangenen Wochen der einzige Spieler der Königsblauen, der regelmäßige Top-Leistungen ablieferte - doch genau das macht die Situation für die Verantwortlichen so brisant. Sein Vertrag endet 2020, übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll der ​FC Bayern mit einer Verpflichtung liebäugeln. Gedanken um seine Zukunft will sich Nübel allerdings erst nach der Saison machen. 


Vor vier Jahren wechselte der damals 18-Jährige vom SC Paderborn nach Schalke und sollte für die Zukunft behutsam aufgebaut werden. Am 34. Spieltag der Saison 2015/16 wurde er vom damaligen Cheftrainer André Breitenreiter erstmals eingewechselt, auch von Domenico Tedesco erhielt er im vergangenen Jahr einen Kurzeinsatz in der Bundesliga.


Tedesco war es auch, der Nübel nach Rückrundenbeginn zur neuen Nummer eins ernannte und somit für eine Wachablösung im Schalker Tor sorgen sollte. Ralf Fährmann ist mittlerweile nur noch die Nummer zwei, Nübel hingegen erarbeitete sich seinen Status mit teils starken Auftritten wie beim 1:0-Sieg über Hannover 96. 

Alexander Nuebel

Lässt mit starken Leistungen aufhorchen: Alexander Nübel.



Allerdings endet sein Vertrag im kommenden Sommer, Gespräche über eine Verlängerung scheinen aktuell kein Thema zu sein. "Alex hat das Recht, sich seine Gedanken zu machen. Bestehende Verträge sind nicht einseitig", sagte Berater Stefan Backs laut ​WAZ. Angeblich sollen die Münchner Bayern ihre Fühler nach Nübel ausstrecken, obwohl eigentlich Christian Früchtl aus dem eigenen Nachwuchs in einigen Jahren ​die Nachfolge von Manuel Neuer antreten soll.


Keine Entscheidung vor Saisonende


Womöglich aber verpflichtet der Rekordmeister den Nachfolger Neuers dort, von wo man den einstigen Welttorhüter selbst loseisen konnte: vom FC Schalke. "Sollte Schalke mit Alex – wie bei Manuel Neuer – eine große Ablösesumme generieren, hätte der Klub ein gutes Geschäft gemacht", so Backs, der die Schuld für die aktuelle Lage auch bei den Verantwortlichen des S04 sieht: "Schalke hatte monatelang Zeit, Gespräche zu führen, und hat dies nicht getan. Was das gute Recht des Klubs ist. Jetzt ist für unsere Seite der falsche Zeitpunkt dafür. Was unser gutes Recht ist. Schalke hat die eigene Zukunft noch nicht geklärt, was auch ein Aspekt ist."


Wie es weiter heißt, wolle sich Nübel zunächst auf das Saisonfinale konzentrieren, zudem findet im Sommer die U21-Europameisterschaft in Italien statt. Der Klub wird sich in Geduld üben müssen, wenn sie ihr Torwart-Juwel langfristig an sich binden wollen - ansonsten aber droht der Verlust eines weiteren jungen Spielers, der schon jetzt auf hohem Niveau spielt.