Dass Timo Werner ​RB Leipzig im Sommer nach drei Jahren verlassen wird, scheint ein offenes Geheimnis. Die offizielle Verkündung steht noch aus, doch Sportdirektor Ralf Rangnick machte den Fans im Interview mit Sport im Osten wenig Hoffnung auf einen Verbleib des Torjägers, den es wohl zum ​FC Bayern München zieht. 


Nach einer turbulenten vergangenen Saison mit Höhen und Tiefen liegen die Leipziger in dieser Spielzeit dort, wo sie sich dauerhaft aufhalten wollen. Hinter dem Spitzenduo um Bayern München und Borussia Dortmund belegt die Mannschaft von Noch-Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick den dritten Tabellenplatz, die Qualifikation für die Champions League ist nur noch eine Frage der Zeit.


Zu verdanken ist dies auch den Leistungen von Timo Werner. Der Nationalspieler traf in dieser Saison 14 Mal, harmoniert vor allem mit Yussuf Poulsen prächtig und konnte sich in den Augen Rangnicks nach seinem krankheitsbedingten Ausfall Ende Februar wieder steigern. "Für mich war wichtig, dass Timo wieder gesund wird. In den letzten zwei Spielen hab ich den Timo so gesehen wie in dem ersten Bundesliga-Jahr", so der 60-Jährige, der sich selbst zuletzt wieder verstärkt als Trainer und nicht als Sportdirektor gegenüber dem Angreifer verstanden habe.

Ralf Ragnick

Rangnick will sich nicht mehr mit der Vertragssituation von Werner beschäftigen



Das liegt auch daran, dass sein Abschied kaum noch zu verhindern ist. Bereits im Winter habe man Werner und dessem Berater Karlheinz Förster ein Angebot unterbreitet, bei dem die Sachsen bis an ihre Grenzen gegangen seien. "Mehr können wir nicht als Verein. Jetzt liegt es an ihm, die Entscheidung zu treffen. Wenn er die getroffen hat, wird er uns das mitteilen. So ist das im Fußballgeschäft", weiß Rangnick, der ungeachtet von der Personalie Werner die Weiterentwicklung des Vereins nicht aus dem Auge verliert.


Man wolle dauerhaft um die Champions-League-Ränge spielen, doch dies allein genüge nicht, um all seine Topspieler halten zu können. "Dass es dann immer noch Vereine gibt, die noch attraktiver, noch größer sind, noch mehr Gehälter zahlen, das ist nun mal so. Das geht vielen Vereinen auch so", weiß Rangnick, der erklärt: "Jedem Spieler, den wir im Kader haben, haben wir gesagt, wir wollen uns gemeinsam entwickeln. Sollte sich irgendwann ein Spieler subjektiv empfunden schneller entwickeln als wir, muss es möglich sein, dass man ohne große Nebengeräusche den Wechsel vollzielt. Bei Naby Keita war das der Fall, womöglich ist das im Sommer auch bei Timo Werner im Sommer die Situation."