Der Umbruch beim FC Bayern ist bereits in vollem Gange. Zwei Neuzugänge haben die Verantwortlichen bereits verkündet, der Transfer von Timo Werner scheint nur noch eine Frage der Zeit. Zusätzlich wird der Rekordmeister unter anderem mit Hakim Ziyech und Donny van de Beek von Ajax Amsterdam in Verbindung gebracht, doch unter welchen Umständen würden beide Spieler Sinn machen?


Klar ist, dass sich die Bayern auf den Außenbahnen verstärken wollen und müssen. Franck Ribery und Arjen Robben werden den Klub verlassen, Alphonso Davies benötigt noch Zeit in seiner Entwicklung. Kingsley Coman und Serge Gnabry sind gesetzt, Thomas Müller kann ersatzweise auf den rechten Flügel rücken, bewies zuletzt jedoch, dass er dann funktioniert, wenn er hinter Robert Lewandowski seine Freiheiten bekommt und mit dem Polen harmonieren darf.


Hakim Ziyech - Der Überraschungs-Transfer?


Ob Cengiz Ünder, Callum Hudson-Odoi, Nicolas Pépé oder Hakim Ziyech - viele Flügelspieler werden mit den Bayern in Verbindung gebracht. Angeblich sei man der ​Favorit auf eine Verpflichtung von Pépé, die internationale Konkurrenz ist jedoch groß: Laut ​Focus bietet Inter Mailand etwa 60 Millionen Euro für den Shootingstar von OSC Lille - eine Summe, die die Bayern, die bis dato nur erste "Sondierungsgespräche" geführt haben sollen, auch bieten könnten, doch möglicherweise ist Ziyech eine günstigere Alternative.


​Der 26-jährige Marokkaner, der im vergangenen Jahr im Fokus von Borussia Dortmund gestanden haben soll, kann auch in dieser Saison mächtig überzeugen. In 42 Pflichtspielen traf der Rechtsaußen 19 Mal, lieferte 20 weitere Assists und trumpfte auch beim 2:1-Erfolg über Juventus Turin auf. Die Spur führt bereits seit über einem Monat zum FC Bayern: Spanische Medien berichteten bereits Mitte März von einer Kontaktaufnahme mit Ajax, im Achtelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid soll Hasan Salihamidzic auf der Tribüne genauer hingesehen haben. 

Hakim Ziyech

Technisch stark, international erfahren: Hakim Ziyech wäre ein begrüßenswerter Neuzugang


Vor zwei Wochen berichtete die Sport über eine Einigung, die Süddeutsche Zeitung berichtet ebenfalls um intensive Bemühungen des Rekordmeisters. Was für Ziyech sprechen könnte: Im Gegensatz zu Pépé hat er bereits internationale Erfahrung sammeln können. Als Ajax unter Peter Bosz in der Saison 2016/17 ins Finale der Europa League stürmte, war der 26-Jährige in 13 Partien an sieben Toren beteiligt. Aktuell steht er bei 15 Spielen in der Champions League - die Qualifikation mit einberechnet - und erzielte in dieser Zeit vier Treffer. Zudem ist er auch im offensiven Mittelfeld einsetzbar, würde somit die Möglichkeiten für Niko Kovac erhöhen.


In Amsterdam steht Ziyech noch bis 2021 unter Vertrag, dennoch gilt ein Abgang als wahrscheinlich. Für den FC Bayern wäre er eine geeignete Lösung, schließlich befindet er sich mit 26 Jahren im besten Fußballeralter und kann noch einige Jahre auf hohem Niveau spielen. Sollte Timo Werner ebenfalls verpflichtet werden, besäße der Verein vier hochkarätige Spieler auf den Flügeln. Und da Werner auch links eingesetzt werden kann, würde sich die Rolle mit Ziyech nicht überschneiden.


Interesse an van de Beek? Knackpunkt Mittelfeld


Ob die Münchner, die in den vergangenen Jahren vor allem das zentrale Mittelfeld verstärkten und in der vergangenen Transferperiode mit den Verkäufen von Sebastian Rudy und Arturo Vidal entlasteten, noch einmal auf dieser Position zuschlagen werden, hängt besonders von der Zukunft von James Rodriguez ab. Der Kolumbianer beweist zwar immer wieder seine herausragenden Fähigkeiten am Ball, in schwierigen Partien wie gegen den FC Liverpool taucht er unter Kovac jedoch meist unter.


​​Karl-Heinz Rummenigge gilt als Fan der Leihgabe von Real Madrid, will ihn für die festgeschriebene Ablösesumme von 42 Millionen Euro verpflichten - wohl auch, weil James ein wichtiger Spieler für das Marketing ist. Doch Uli Hoeneß betonte immer wieder, dass Trainer Kovac das letzte Wort hat. 

James Rodriguez

  James Rodriguez, das große Fragezeichen des FC Bayern: Bleibt die Transfer-'Granate' von 2017?


Genau dort liegt das Problem: Speziell in der Hinrunde ​war die Unzufriedenheit von James immer wieder ein Thema. Mittlerweile spielt er regelmäßiger, doch Kovac merkt auch, dass das Offensivspiel mit Müller im offensiven Mittelfeld flüssiger läuft als mit James, weil der Ex-Nationalspieler besser mit Lewandowski harmoniert.


Nach der Entscheidung, dass Javi Martinez bleiben wird, sowie der Rückkehr von Corentin Tolisso, besitzen die Bayern mit Thiago, Müller und Leon Goretzka fünf Spieler für die Zentrale, James ist derzeit der sechste Mann. Da Real Madrid offenbar nicht an einer Rückkehr interessiert ist, wird er entweder beim Rekordmeister bleiben oder zu einem anderen Klub wechseln.

Donny van de Beek

  Nur dann, wenn James geht, wäre die Bahn für Donny van de Beek frei


Ein Transfer eines Spielers wie Donny van de Beek, der als Achter oder Zehner einsetzbar ist, würde daher nur Sinn machen, wenn der Kolumbianer nicht mit einem Anschlussvertrag ausgestattet wird. Das Eigengewächs von Ajax wäre unter Umständen teurer, zugleich jedoch auch ein langfristiger Transfer. Ein Wechsel des 21-Jährigen steht laut dessen Berater zur Debatte, doch erneut müsste sich der FC Bayern gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen. Was helfen könnte: Erik ten Hag, seinerseits Cheftrainer in Amsterdam, war von 2013 bis 2015 im Nachwuchsbereich der Bayern tätig und weiß daher genau, welche Möglichkeiten an der Isar geboten werden.