​Für ​Juventus Turin und seinen Megastar Cristiano Ronaldo ist die Saison beendet. Seit gestern Abend steht fest: auch in diesem Jahr wird die "Alte Dame" den langersehnten "Henkelpott" nicht in die piemontesische Hauptstadt holen. 


Zwar stehen noch sechs Partien aus in der Serie A, doch mit Spannung im Titelkampf haben die eher weniger zu tun. Juventus wird sich, wenn nicht an diesem, dann an einem der nächsten Wochenenden, zum italienischen Champion küren. Zum bereits achten Mal in Serie. Eigentlich müsste man die Liga Serie J nennen: der scudetto ist seit gut einem Jahrzehnt monopolisiert. Das wussten die Bosse um Klubchef Andrea Agnelli natürlich auch schon vor der Saison. Die nationale Schere zwischen Juventus und dem Rest der Liga klafft seit ebenfalls einem guten Jahrzehnt eklatant. Deshalb war das Ziel auch nicht, italienischer Meister zu werden, denn davon ging man sowieso aus. 


Nein, das Objekt der Begierde war der Titel in der Champions-League. Also genau der Wettbewerb, dem die bianconeri seit nunmehr 23 Jahren wie einem Phantom nachjagen. Seit 1996 hat die Vecchia Signora fünfmal (!) das Endspiel der Königsklasse erreicht - und alle fünf verloren. Zuletzt 2017, als die Norditaliener Real Madrid mit 1:4 unterlagen. Gefeierter Mann an jenem Maiabend von Cardiff war: Cristiano Ronaldo, mit zwei Toren. 

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Geht in dieser Champions-League-Saison leer aus: Juve-Star Cristiano Ronaldo



Also setzten die Juve-Manager alles daran, den Portugiesen nach Turin zu locken - Megaablöse (104 Millionen) und Megagehalt (19 Millionen jährlich) eingeschlossen. Mit CR7, so die Meinung aller rund um das Juventus-Stadium, würde Juve wieder groß. Ganz groß. 

Und der Weg schien geebnet. Eine mittelschwere Gruppe mit Manchester United, FC Valencia und den Young Boys Bern wurde als Erster absolviert. Im Achtelfinale wartete dann bereits eines der Großkaliber des Wettbewerbs. Und Atletico schien tatsächlich eine Nummer zu groß. Doch dem ernüchternden 0:2 aus dem Hinspiel von Madrid folgte eine dieser magischen Nächte, die die Juventus-Bosse vielleicht auch im Kopf hatten, als sie den portugiesischen verpflichteten. Drei Tore von CR7 liquidierten die Spanier und Juventus stand im Viertelfinale. 


Und auch das ließ sich zur Hälfte gut an. In der Amsterdam-Arena holten die Mannen von Trainer Allegri ein 1:1, und kaum einer zweifelte noch am Einzug ins Halbfinale. Doch wer Real Madrid aus dem Wettbewerb kegelt, Sieg im Bernabéu-Stadion inklusive, der braucht vor Juventus keine Angst zu haben. Gesagt - getan: eine erfrischend selbstbewusste Truppe von Ajax Amsterdam ließ sich am gestrigen Abend auch von dem Rückstand durch - natürlich - Cristiano Ronaldo nicht beirren, zog über das gesamte Spiel ihre Linie durch und gewann am Ende nicht einmal unverdient mit 2:1. Juventus draußen - porca miseria. So wird Juventus auch im nächsten Jahr einen erneuten Anlauf nehmen, um die begehrteste Trophäe im Vereinsfußball endlich wieder an den Corso Galileo Ferraris zu holen. Vielleicht mit den Gedanken an das jähe Aus im Jahr 2019 - und vielleicht mit den verblassenden Erinnerungen an 1996. In beiden Fällen hieß der Gegner: Ajax Amsterdam.