Die Lage in Stuttgart ist bedrohlich - bei Santiago Ascacibar wurde das bei der Pleite gegen Leverkusen besonders deutlich: Nach seiner Spuck-Attacke gegen Kai Havertz droht eine lange Sperre. VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger äußerte sich nun in einer offiziellen Stellungnahme und erklärte, auf was es in der aktuellen Lage in Stuttgart ankommt.


Dass Santiago Ascacibar kein Kind von Traurigkeit ist, war über die Grenzen des Schwabenlandes hinaus schon längst bekannt. Am Samstagnachmittag brannten dem 22-jährigen Argentinier aber alle Sicherungen durch: In der Nachspielzeit der sich abzeichnenden Pleite gegen ​Leverkusen spuckte der Mittelfeldspieler Kai Havertz an - und sah dafür völlig zurecht die Rote Karte. Es droht eine lange Strafe, möglicherweise ist sogar die Saison für Ascacibar gelaufen.


Unweigerlich wurden Erinnerungen an eine Szene vor fast 29 Jahren wach. Damals hatte Frank Rijkaard im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion bei der WM 1990 Rudi Völler angespuckt. Der ist Sportchef von Leverkusen - und war im Anschluss an die Partie froh, dass Havertz so besonnen reagiert hat. “Ich habe Kai in der Kabine erzählt, was damals bei mir passiert war. Und ich habe ihm gesagt: Es war nicht das letzte Mal in seiner Karriere, das man versucht, ihn zu provozieren”, so der Weltmeister von 1990 gegenüber der Bild. Es sei "wichtig" gewesen, "dass er die Nerven behalten hat.” Havertz habe das “sehr gut gemacht - ebenso, wie er den Elfmeter verwandelt hat”, so Völler über den Matchwinner.


“Wenn ein Spieler zu solch einem Mittel greift, dann hat Kai in den 90 Minuten davor viel richtig gemacht", meinte Kollege Julian Brandt zu der Szene. Der hatte in der vergangenen Saison bereits seine unliebsame Erfahrungen mit Ascacibar gemacht, als dieser ihn böse umsenste.


Hitzlsperger meldet sich zu Wort


Das Verhalten seines Spielers will auch ​VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger nicht dulden: "Santiago hat für den Verein in der Vergangenheit schon viel Gutes getan. Er ist in Sachen Mentalität und Einstellung ein Vorbild. Er hat aber in dieser Situation ganz klar eine Grenze überschritten. Das dulden wir nicht und wir werden diese Aktion auch intern bestrafen. Das habe ich ihm bereits gesagt. Er hat mit seinem Platzverweis der Mannschaft und dem Verein geschadet. Da müssen wir ein klares Zeichen setzen“, so Hitzlsperger in einer offiziellen Stellungnahme des Klubs.


Hitzlsperger nahm auch Stellung zur bedrohlichen Lage beim VfB: "Wir dürfen nicht anfangen, den Frust über die derzeitige Lage nach außen zu tragen. Wenn wir dies tun, sind wir auf dem falschen Weg. Ich appelliere an jeden einzelnen, die Ruhe zu bewahren. Jeder einzelne ist in unserer Situation gefordert."


Der Fokus soll auf den sportlichen Aufgaben legen. In den letzten fünf Saisonspielen will der VfB im Bestfall noch den Relegationsplatz verlassen. Dazu wäre ein Sieg im kommenden Duell mit dem FC Augsburg elementar. "Wir müssen auf dem Platz Gas geben und in den nächsten Tagen einen Plan für dieses Spiel entwickeln. Das geht nur gemeinsam", appellierte Hitzlsperger.


Klar ist, Santiago Ascacibar wird nicht Teil dieses Plans sein.