​Das vergangene Jahr war nicht das Einfachste in der Karriere des Mats Hummels. Es fing an mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2018, anschließend der Krisenherbst mit den ​Bayern, in welchem auch er stark in der Kritik stand. Anfang März wurde er außerdem aus der Nationalmannschaft aussortiert. Wie geht es nach diesem Achterbahn-Jahr für den 30-Jährigen weiter?


Die Saison des Mats Hummels ist ein ständiges Auf und Ab. Auch seine Form schwankt von Spiel zu Spiel, von amateurhaft zu Weltklasse. Zwar sind seine Werte in der aktuellen Spielzeit beachtlich (die wenigsten Fouls (6) und die beste Zweikampfquote am Boden (63,7%) im Vergleich zu den anderen FCB-Verteidigern), doch einige Aussetzer schmälern seine Leistung immer wieder. Im Hinspiel in ​Dortmund leistete er sich zwei kapitale Böcke, gegen ​Hertha BSC im DFB-Pokal-Achtelfinale ebenfalls, auch gegen ​Heidenheim im Viertelfinale verschuldete er einen Elfmeter und machte nicht den souveränsten Eindruck. Im Vergleich dazu stehen Spiele wie gegen den ​FC Liverpool im Achtelfinal-Hinspiel der Champions-League oder gegen die Dortmunder am vergangenen Wochenende, in welchen er überragende Leistungen abrufen konnte. Man weiß nicht so recht, wo man diesen Mats Hummels aktuell einordnen soll.


Hummels ärgert ständige Kritik


Er selbst sieht seine guten Partien viel zu wenig gewürdigt, dafür, dass er so viel Kritik erntet: "Seit der WM ist alles etwas komisch, da werden viele gute Sachen nicht gesehen und auf den schlechten rumgehackt", beschwert sich der Weltmeister von 2014 nach dem Dortmund-Spiel gegenüber Sky. Damit hat er nicht so ganz unrecht, doch einige Dinge haben sich auch zum Guten verändert. Sein Verhältnis zu Trainer Nico Kovac ist weitaus besser, als es noch im Krisenherbst war, wo die Kommunikation mehr als miserabel gewesen sein soll. Natürlich lebt es sich auch etwas einfacher an der Säbener Straße, wenn man 19 der letzten 21 möglichen Punkte in der Bundesliga geholt und den Hauptkonkurrenten aus Dortmund mit 5:0 aus dem Stadion geschossen hat. Doch wie wird die Beziehung der Beiden, wenn Benjamin Pavard (35 Millionen Euro) vom ​VfB Stuttgart und Lucas Hernandez (80 Millionen Euro) von Atletico Madrid im Sommer zu den Münchner dazustoßen? Denn dann wird es eng in der Innenverteidigung.

Das Duell gegen Boateng um den zweiten Innenverteidiger-Platz neben Niklas Süle scheint Hummels gewonnen zu haben, weshalb sich ein Wechsel Boatengs im Sommer anbahnt. Benjamin Pavard wird wohl keine Konkurrenz in der defensiven Zentrale, da er eher ein Ersatz von Rafinha, der den Verein verlässt, auf der Außenverteidiger-Position sein wird. Dabei soll er Kimmich Ruhepausen gönnen oder ihm den Wechsel auf die Sechser-Position ermöglichen.


Der Zweikampf Hummels gegen Hernandez könnte interessant werden, denn ob die Bayern den Mut haben werden, ihren teuersten Einkauf der Klubgeschichte auf die Bank zu setzen, ist fraglich. Eine Saison wird sich Hummels dem Konkurrenzkampf auf jeden Fall stellen, denn im Moment scheint er so fixiert darauf sich zu beweisen, wie selten zuvor. Auch laut Marcel Reif wirkt der 30-Jährige "so klar und fokussiert wie schon lange nicht mehr", wie der Ex-Sky-Kommentator im Sport1-Doppelpass erklärt.

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Junge Konkurrenz für die kommende Saison: Lucas Hernandez von Atletico Madrid



Für die Münchner wäre es ein absoluter Gewinn, den Innenverteidiger noch weiter an den Verein zu binden, denn erstens würde der Konkurrenzkampf das Spiel beleben und zweitens hat auch in der aktuellen Saison die Rotation in der Abwehr weitestgehend funktioniert. Nur die guten Leistungen müssen wieder konstant abrufbar sein. 


Einzig der unwahrscheinliche Transfer des niederländischen Shootingstard Matthijs de Ligt, wäre ein Grund, Hummels abzugeben, bzw. für ihn ein Grund doch über einen Wechsel nachzudenken. Denn bei drei jungen, hochklassigen Verteidigern hat Hummels keine guten Karten, langfristig in der Rotation des Trainers eine große Rolle zu spielen.


Auslandsofferten wohl vorerst keine Option


Im Winter wurde Hummels unter Anderem mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht und vor zwei Wochen ploppte zudem das Gerücht auf, Juventus Turin sei an dem Innenverteidiger interessiert. Doch Juventus hat mit Bonucci, Barzagli, Chiellini und Rugani bereits eine breit besetzte Abwehrreihe, die oft nur mit einem Innenverteidiger in einer Dreierkette agiert, daher wirkt die Option nicht sehr verlockend für Hummels. Außerdem scheint es nicht, als hätte der Ex-Nationalspieler schon mit dem FCB abgeschlossen und der FCB auch nicht mit ihm.