​Nach der Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison, startete der ​FC Schalke 04 im Sommer 2018 hoffnungsvoll in die neue Spielzeit. Schnell machte sich jedoch Ernüchterung breit und so die trudelte der Champions-League-Teilnehmer langsam aber sicher in den Abstiegskampf herab. Dabei hatte Interimstrainer ​Huub Stevens seinen Vorgänger ​Domenico Tedesco vor der Saison noch eindrücklich gewarnt.


Der Jahrhunderttrainer der Königsblauen hatte Mitte März erneut das Zepter auf Schalke übernommen und soll die Knappen in den verbleibenden Spielen vor dem Gang in die Zweitklassigkeit bewahren. Zuvor hatten die Schalke-Verantwortlichen lange gezögert und an ihrem Erfolgscoach der vergangenen Spielzeit festgehalten. Nach einer herben 0:7-Pleite in der Königsklasse gegen Manchester City zog man dann aber doch die Reißleine.

Domenico Tedesco

Domenico Tedesco fand in dieser Saison nicht die richtigen Hebel


Ohnehin war Tedesco über seine erste Champions-League-Teilnahme gestolpert. So kamen die Schalker offensichtlich nicht mit der Dreifachbelastung zurecht und konnten in der Liga nicht annähernd an Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Dass das Tanzen auf mehreren Hochzeiten zu einem Leistungsabfall führen kann, weiß auch Stevens längst und hatte daher bereits vor Saisonstart eine knifflige Spielzeit vorhergesagt.


Wie der Knurrer von Kerkrade nun gegenüber dem Sportbuzzer verriet, hatte er seinen jungen Vorgänger daher bereits vor Monaten vor der neuen Dreifachbelastung persönlich gewarnt. Dennoch glaubt der Niederländer heute, "dass diese Belastung vielleicht unterschätzt worden ist". Dabei räumte der erfahrene Übungsleiter aber auch ein, dass selbst er keine Saison mit Abstiegskampf erwartet habe.

Huub Stevens

Huub Stevens hat in seiner langen Trainerkarriere schon alles erlebt


Die millionenschweren Neuzugänge die fast kollektiv floppten trugen mit Sicherheit einen Teil zu der Misere bei. Unter Umständen hätten die Schalke-Bosse jedoch bereits früher in der Trainerfrage reagieren müssen. "Natürlich zieht sich auch großes Verletzungspech durch die Saison. Aber spätestens Anfang Februar war zu spüren, wie sehr sich die Mannschaft quälen muss, um überhaupt etwas in Schwung zu kommen", so Stevens.


Diese Aussage sollte zwar nicht als direkter Angriff auf Tedesco verstanden werden, dennoch ist klar, dass aktuell einzig und allein das Hier und Jetzt zählt. Bereits am heutigen Freitagabend steht schließlich das enorm wichtige ​Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg an. Bei einem Sieg wäre die Gefahr eines direkten Abstiegs gebannt, verliert die Stevens-Elf jedoch, könnte es noch einmal richtig eng werden.