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Bundesliga

Fußball-Gehälter: So groß sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern

90min-Redaktion
Australia v Brazil
Australia v Brazil / Ashley Feder/GettyImages
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Obwohl auch die weiblichen Fußballstars ihrer Leidenschaft alles unterordnen und für ihren Job auf viele andere Dinge verzichten, werden selbst die besten Fußballerinnen der Welt im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen mit einem verhältnismäßig geringen Gehalt abgespeist. Wir blicken auf die nicht vorhandene Gleichberechtigung im Fußball.

Zu Beginn sollte festgehalten werden, dass die deutlich geringere Bezahlung der Fußballerinnen selbstverständlich nicht nur auf den durchaus vorhandenen Chauvinismus in der Männerdomäne Fußball zurückzuführen ist. So hat das geringe Einkommen der Damen auch rein wirtschaftliche Gründe.

Dass die Spitzenverdiener bei den Männer Jahr um Jahr mehr Geld einstreichen hängt vor allem mit den rasant steigenden Einnahmen durch TV-Einnahmen und sonstiger Marketing-Tools zusammen. So verdient selbst ein mittelklassiger Bundesligaspieler mittlerweile weitaus mehr, als selbst der gefeierteste Weltstar von vor 30 Jahren. 

Germany v Slovakia - FIFA Women's World Cup 2015 Qualifier
Germany v Slovakia - FIFA Women's World Cup 2015 Qualifier / Lars Baron/GettyImages

Deutschlands Topverdienerin Dzsenifer Marozsán verdient rund 300.000 Euro jährlich

Dieser Umstand ist daher eines der Hauptprobleme des Frauenfußballs, schließlich fristen die Damen in der Öffentlichkeit noch immer ein Schattendasein und genießen lediglich bei großen Turnieren wie der im Sommer anstehenden Weltmeisterschaft in Frankreich zumindest für kurze Zeit eine gewisse Aufmerksamkeit.

Bei einem Blick auf das Durchschnittsgehalt der Spielerinnen in den internationalen Topligen wird deutlich, dass der Frauenfußball noch einen langen Weg vor sich hat. So verdienen die Fußballerinnen in der Bundesliga laut einer Statistik von statista, in der Saison 2017/18 im Schnitt nur rund 43.730 Euro jährlich.

In der ersten französischen Liga, die als finanzkräftigste Liga der Welt gilt, verdienen die Damen mit 49.782 nur unwesentlich mehr. Zum Vergleich: In der Bundesliga der Herren können sich die Männer jedes Jahr im Schnitt über einen warmen Geldsegen in Höhe von 821.000 Euro freuen. Dabei drücken jedoch einige junge Spieler die Quote noch einmal deutlich und verdienen die Stars beim Rekordmeister FC Bayern München sogar 5,68 Millionen Euro jährlich.

Villarreal CF v FC Barcelona - La Liga
Villarreal CF v FC Barcelona - La Liga / Manuel Queimadelos Alonso/GettyImages

Lionel Messi verdient an einem Tag mehr als Marozsán im ganzen Jahr

Sowohl in der Breite als auch in der Spitze sind die Gehälter im Frauen- und Männerfußball somit kaum zu vergleichen. Selbst ein absoluter Weltstar wie die mehrfache Weltfußballerin Marta verdiente im Jahr 2012 nur rund 400.000 US-Dollar. Auch die aktuell bestbezahlte Fußballerin Ada Hegerberg streicht jährlich lediglich 400.000 Euro ein.

Der Vergleich zu den Topverdiener bei den Herren wirkt da schon fast als Hohn. So kommt Lionel Messi inklusive aller Sponsorendeals angeblich alleine in einem Jahr über die Schallmauer von 100 Millionen Euro. Auch Cristiano Ronaldo liegt nach der neuesten Forbes-Liste mit seinem Einkommen im dreistelligen Bereich.

Wie bereits erwähnt, hängt dies vor allem auch mit der Marketingkraft der männlichen Superstars zusammen. So hat CR7 auf Instagram satte 160 Millionen Follower und Hegerberg gerade einmal 243.000. Dass dem portugiesischen Europameister somit deutlich lukrativere Sponsorendeals angeboten werden, liegt auf der Hand.

FBL-FRA-OL-WOMEN-BALLONDOR
FBL-FRA-OL-WOMEN-BALLONDOR / ROMAIN LAFABREGUE/GettyImages

Auch Weltfußballerin Ada Hegerberg kann die Gehaltunterschiede kaum fassen

In den letzten Jahren regt sich in der Frauenfußballwelt aber langsam Widerstand. So hatten die Spielerinnen der US-amerikanischen Nationalmannschaft ihren Verband wegen ungleicher Behandlung verklagt. Sportartikelhersteller adidas hingegen hat längst das enorme Potenzial des Frauenfußballs erkannt und will vermehrt investieren.

Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung steht dabei bereits bei der kommenden WM an. So erklärte Vorstand Eric Liedtke unlängst, dass alle Adidas-Athletinnen im Team des künftigen Weltmeisters den gleichen Bonus erhalten wie ihre männlichen Pendants. Bis sich jedoch auch die Anhänger des Frauenfußballs über die astronomischen Gehälter ihrer Lieblinge auslassen können, dürften noch einige Jahre ins Land gehen.

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