Der Pokalkrimi in Augsburg hatte nach 120 Minuten das bessere Ende für ​RB Leipzig. In einer spannenden und schwer umkämpften Partie gingen die Gäste zunächst glücklich in Führung, der ​FC Augsburg glich aber in letzter Sekunde aus. In der Verlängerung verhalf ein Gregoritsch-Blackout RB zu einem Handelfmeter, als sich alle schon auf ein Elfmeterschießen einstellten. Halstenberg verwandelte sicher und brachte Leipzig damit ins Halbfinale. 


​Vor 30.000 Zuschauern in Augsburg entwickelte sich von Beginn an eine umkämpfte Pokal-Partie zweier ​Bundesligisten, in der die Gäste aus Leipzig zunächst ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und den FCA früh attackierten. Das Team von Trainer Ralf Rangnick hatte deshalb auch zunächst mehr vom Spiel - ohne nennenswert vor das Gehäuse von Augsburgs Keeper Gregor Kobel zu kommen. Bis zur 14. Minute, als Leipzig durch einen zu kurzen Rückpass von Marco Richter zu einer guten Gelegenheit kam: Werner passte aber wohl etwas zu spät auf Bruma, der aus sieben Metern unter Bedrängnis über das Gehäuse schoss. 


Augsburg konnte sich in der Folge etwas besser aus dem RB-Klammergriff befreien, hatte selbst aber keine ganz klaren Tormöglichkeiten. Bezeichnend, dass auf beiden Seiten vermeintliche Großchancen aus klaren Abseitssituationen resultierten und damit im Ansatz schon keine Aussicht auf Erfolg hatten - zumal ab dem Pokal-Viertelfinale der Videobeweis greift.

Torlos ging es folglich in die Halbzeitpause - nach einem engen, sehr umkämpften ersten Durchgang. Mit 62 Prozent Ballbesitz war RB die optisch spielbestimmende Mannschaft. Für das größte Highlight sorgten aber die FCA-Fans vor der Partie mit ihrer Choreo.

Die mitgereisten Leipziger hatten sich aber auch etwas ausgedacht:​​

FC Augsburg v RB Leipzig - DFB Cup

"Ihr macht Auge auf den Cup? Doch heute macht nur einer schlapp!"


Finnbogason gleicht in der Nachspielzeit aus


Ähnlich umkämpftes Bild im zweiten Durchgang. Die hohen Bälle nahmen in der Anfangsviertelstunde nach dem Seitenwechsel Oberhand. Die Hausherren wirkten jetzt aber vor allem durch Richter etwas torgefährlicher.


In der Folge wurde der FCA die klar bessere Mannschaft, Leipzig hatte keine Struktur mehr im Spiel. Bis zur 74. Minute als die größte Stärke von RB zum tragen kam: Einen abgefangenen Angriff der weit aufgerückten Fuggerstädter nutzten die Roten Bullen eiskalt aus. Der eingewechselte Winterneuzugang Amadou Haidara passt mit dem ersten Kontakt gekonnt in die Tiefe, Timo Werner startete kurz hinter der Mittellinie und war im Laufduell mit Kevin Danso im Vorteil. Der Österreicher konnte den Nationalstürmer zwar noch stören, Werner legte den Ball im Fallen dennoch an Kobel vorbei - quasi aus dem Nichts stand es plötzlich 1:0 für RB.


Als sich die RB-Seite schon zum Jubel bereit machte und einige Augsburg-Anhänger schon das Stadion verließen, schlug der eingewechselte FCA-Torjäger zu. Der agile Richter flankte den Ball in der 94. Minute noch einmal in den RB-Sechzehner, Stefan Ilsanker verpasste und dahinter war Alfred Finnbogason mit dem Fuß zur Stelle - Verlängerung!

In der Verlängerung schwanden den Teams allmählich die Kräfte. Das Duell spielte sich weitestgehend zwischen den Strafräumen ab. Und dieses Mal schlug Leipzig in letzter Sekunde zu: Michael Gregoritsch hatte nach einem Freistoß einen Blackout und nahm im eigenen Sechzehner völlig grundlos die Hand zur Hilfe. Schiedsrichter Stieler gab völlig zurecht Elfmeter. Mit auslaufender Uhr hatte Marcel Halstenberg seine Nerven im Griff und verwandelte sicher. Dieses Mal war das Spiel endgültig entschieden.