Vor wenigen Monaten ​wackelte der Stuhl von Niko Kovac als Trainer des ​FC Bayern München heftig, doch schon längst hat sich der 47-Jährige aus der Herbstkrise herausarbeiten können. Dennoch wird wild über ein vermeintliches Ende der Zusammenarbeit im Sommer spekuliert, wobei José Mourinho als möglicher Nachfolger in Verbindung gebracht wird. 'The Special One' scheint von dieser Vorstellung angetan, wie er nun erklärte.


​Aufgrund der Eigenart des Portugiesen, der immer wieder zur Breitseite gegen die Medien ausholt und die Aufmerksamkeit dadurch auf sich lenken lässt, um seine Mannschaft zu schützen, wäre der FC Bayern - erst recht nach der skandalösen Pressekonferenz von Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic im vergangenen Oktober - in den Augen vieler womöglich der passende Verein für Mourinho, der im Dezember​ bei Manchester United entlassen wurde.


Tatsächlich soll sich der Rekordmeister vor vielen Jahren mit dem heute 56-Jährigen beschäftigt haben, wie Journalist Raphael Honigstein bei einem BBC Radio Podcast erzählte (via ​tz). So sollen die Münchner im Sommer 2008 nach dem Vertragsende von Ottmar Hitzfeld "erste Gespräche" mit Mourinho, der zum damaligen Zeitpunkt nach seiner Entlassung beim FC Chelsea im September 2007 vereinslos war, geführt haben. 

Juergen Klinsmann

Anstelle von José Mourinho verpflichtete der FC Bayern Jürgen Klinsmann. Der Ex-Bundestrainer musste nach knapp zehn Monaten wieder gehen.



Jedoch fanden beide Parteien nicht zusammen: Mourinho wechselte zu Inter Mailand und gewann mit den Nerazzurri in der Saison 2009/10 im Champions-League-Finale gegen die Bayern das Triple, die Münchner hingegen entschieden sich für Jürgen Klinsmann, der sich gegen Jürgen Klopp als Anwärter auf den Trainerposten beim Rekordmeister durchsetzen konnte.


"Sie wollten nie einen Trainer, der so überheblich ist", erklärte Honigstein, laut dem der FCB zudem jemanden gesucht hätte, der "mit einer existierenden Struktur arbeiten kann". Insgesamt sei man in München zu der Überzeugung gekommen, dass Mourinho "dem Klub nicht genug bieten kann", weshalb er auch nicht von einem zukünftigen Engagement von 'The Special One' in der Bundesliga ausgeht.


Auch im Hinblick auf eigene Rekorde: Mourinho wäre nicht abgeneigt


Von Mourinhos Seite aus besteht jedoch durchaus Interesse am Trainerposten beim FC Bayern. Bereits dessen Biograf Manuel Pereira erklärte im Januar gegenüber Spox und Goal, dass den exzentrischen Trainer "viele Herausforderungen" reizen würden, und fügte an: "Er hat bisher nur in Portugal, England, Italien und Spanien trainiert. Die Bundesliga fehlt ihm zum Beispiel noch. Wenn ihn morgen Karl-Heinz Rummenigge anruft und ihm anbietet, den FC Bayern zu trainieren, würde Mourinho garantiert zusagen."

Zwar ist eine Trennung von Niko Kovac nach nur einem Jahr reine Spekulation und in Anbetracht der realistischen Chance auf das erste Double seit 2016 nicht zu erwarten, doch angesprochen auf ein mögliches Engagement in München sagte Mourinho gegenüber der portugiesischen Zeitung Record: "Es ist ein Land, in dem ich noch nicht gearbeitet habe. Warum nicht? Wir werden sehen. Ich würde gerne die Champions League mit einem dritten Klub und die fünfte Meisterschaft in einem fünften Land gewinnen."


Ohnehin wird die Fußballwelt nicht allzu lange auf ihn verzichten müssen. Vor wenigen Wochen bekräftigte er seinen Wunsch, zur kommenden Saison bei einem neuen Verein anheuern zu wollen: "Ich würde gern im Juni wieder bei einem Klub mit der Vorbereitung anfangen. Ich weiß auch genau, was ich nicht will, deshalb habe ich schon drei oder vier Angebote abgelehnt", sagte er gegenüber BeIN Sports (via ​kicker).