Vergangenen Mittwoch gaben die Bayern es bekannt: ​Abwehrspieler Lucas Hernandez wechselt im Sommer für stolze 80 Millionen Euro von Atletico Madrid an die Isar. Damit ist der mit Abstand teuerste Einkauf der Bundesligageschichte endlich offiziell. Doch der 23-Jährige hat aktuell mit einer Innenbandverletzung im Knie zu kämpfen, ein Risiko für den FCB?


 „Ich bin sehr glücklich, dass wir in Lucas Hernández einen der besten Defensivspieler der Welt und Weltmeister verpflichten konnten“, verkündete Hasan Salihamidzic am Abend der Verpflichtung. Für ihn ist es eine Erleichterung, denn nachdem er in der Personalie Hudson-Odoi beim FC Chelsea abgeblitzt war, machten sich wieder die ersten Kritiker laut. Sie meinten, dass er nur eine Nebenrolle hinter Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rumenigge spiele, seit er vor eineinhalb Jahren an der Säbener Straße als Sportdirektor zu arbeiten begann. Nun konnte der Bosnier seinen ersten dicken Fisch an Land ziehen. Doch der Transfer birgt auch seine Tücken. 

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Weltmeister Lucas Hernandez: "Der FC Bayern ist einer der besten Klubs der Welt"


Schon Ende 2018 plagten Hernandez Knieprobleme, doch zu Beginn der Rückrunde war er wieder einsatzfähig. Anfang Februar bereitete das Innenband des Franzosen jedoch erneut Komplikationen, weshalb er sich mittlerweile einer Operation unterzogen hat. Nach Aussagen von Bayerns Team-Arzt Dr. Müller-Wohlfahrt​ ist diese „optimal verlaufen. Der Spieler wird dem FC Bayern zum Saisonstart zur Verfügung stehen.“ Auch wenn sich die Verantwortlichen des Rekordmeisters betont selbstbewusst geben, scheinen 80 Millionen für einen verletzten, sowie operierten Jungspieler eine stattliche Summe zu sein. Denn was die Bayern nun am wenigsten gebrauchen können, ist ein weiterer Spieler, der anfällig für Blessuren ist.


Bayern-Akteure seit Jahren verletzungsanfällig 


So hat man mit Franck Ribery, Arjen Robben, Kingsley Coman und Thiago Spieler im Kader, die immer wieder durch verletzungsbedingte Ausfälle zurückgeworfen werden. Robben ist nun seit neuneinhalb Jahren Spieler des ​FC Bayern München und war davon knapp 1.100 Tage verletzt, das sind umgerechnet drei Jahre. Hinzu kommt seine Wadenverletzung, die er zwar vor Kurzem auskurieren konnte, doch seine Rückkehr auf den Platz ist weiterhin unklar. Auch Franck Ribery, der zwei Jahre früher in die bayerische Landeshauptstadt wechselte, war fast den identischen Zeitraum wie der Holländer verletzt. 2013 kam Thiago an die Isar und fiel seitdem knapp zwei Jahre aus, Kingsley Coman bringt es, seit seiner Ankunft in München vor dreieinhalb Spielzeiten, auf über ein Jahr an Ausfalltagen. Fast eine Dekade bringen diese vier Spieler an Verletzungshistorie mit sich.


Zu diesen anfälligen Akteuren reihte sich Manuel Neuer vergangene Spielzeit für die gesamte Saison ein. Der deutsche Nationaltorhüter lief fast ein Jahr am Stück nicht mehr für den Rekordmeister auf. Auch der Franzose Corentin Tolisso laboriert seit einem halben Jahr an einem Kreuzbandriss.

Arjen Robben

Nach wie vor fraglich, wann und ob er wieder für den FCB auflaufen wird: Arjen Robben


Natürlich verlassen zum Ende der aktuellen Saison Robben und Ribery den Verein, jedoch möchte man bestimmt nicht direkt den nächsten Dauerlädierten in die Mannschaft des FC Bayern hinzuholen. Die große Frage, die sich stellt, ist, ob Hernandez' Knie tatsächlich hält, was es verspricht, jedoch sollten die Bayern bei ihrem ersten Transfer in dieser Preisklasse eigentlich nichts anbrennen lassen. 


Denn gerade in den letzten Jahren war häufiger die Anzahl der Ausfälle ein Faktor für das Ausscheiden in der Champions League. Um in ferner Zukunft wieder Europas Spitze in Angriff zu nehmen, braucht es auf jeden Fall Konstanz was die physische Stabilität anbelangt. Die Klub-Verantwortlichen rund um Hoeneß, Rumenigge und Salihamidzic werden im Normalfall wissen was sie tun, Zweifel sind aufgrund der Verletzungshistorie jedoch nicht unangebracht.