Nach einer traumhaften Hinrunde hat ​Borussia Mönchengladbach ein dickes Punktepolster und die Aussicht auf die Champions League nach dem 1:3 bei Fortuna Düsseldorf wohl verspielt. Derzeit wäre selbst die Europa League ein Gewinn. Aber die Mannschaft macht einen desolaten Eindruck. Die Suche nach Gründen.


Indiskutabel, ungenügend, desolat – das sind nur drei Attribute, die ab Samstagabend im Zusammenhang mit Borussia Mönchengladbach des Öfteren gefallen sind. Es gäbe noch einige mehr, die in die Kategorie fallen und genannt wurden. Die Frage nach dem Warum scheint man am Niederrhein hingegen nicht beantworten zu können.


Nach der Nicht-Leistung bei ​Fortuna Düsseldorf, wo man nach 16 Minuten bereits aussichtslos mit 0:3 zurücklag, schrillen jedoch alle Alarmglocken. Endlich, möchte man beinahe sagen, denn nachdem zuvor gebetsmühlenartig versucht wurde, die Ruhe zu behalten und die Probleme klein zu reden, kann sich nach dem Auftritt in der Merkur Spiel-Arena niemand mehr rausreden.


Was dort geboten wurde, kann man schlicht als „nicht bundesligatauglich“ beschreiben. So hat man weder in der Königsklasse, noch in der Europa League etwas zu suchen. Dabei ist es wohl eine Mischung aus mangelnder Einstellung, falscher Selbsteinschätzung und einer entschlüsselten Taktik. Die Einstellung deshalb, weil Trainer Dieter Hecking nach dem Spiel erklärte, auf die Stärken des Gegners hingewiesen zu haben, diese aber offensichtlich schlicht ignoriert wurden. Anders ist ein Rückstand mit 0:3 nach einer Viertelstunde nicht zu erklären.

Falsche Selbsteinschätzung, weil das „weiter so“ gezeigt hat, dass es so einfach eben nicht weitergehen kann. Alles in Schutt und Asche zu reden, darum geht es nicht, wie auch Max Eberl erklärte, eine gesunde Selbstkritik sollte aber vorhanden sein. Stattdessen gab es Parolen und Phrasen, die am Ende nichts wert waren, wie die Anhänger beim Spiel in Düsseldorf erkennen mussten. Sinnbildlich ist die Auswechslung noch vor der Halbzeit von Thorgan Hazard, der sich im Kopf wohl bereits in der kommenden Saison bei einem Topklub wähnt.


Entschlüsselte Taktik deshalb, weil Spieler, die in der Hinrunde noch starke Leistungen zeigten, plötzlich wieder in einen Trott verfallen, der überwunden schien. Die Abwehr hat in den vergangenen sieben Spieltagen so viele Gegentore gefressen, wie in der gesamten Hinrunde. Das Mittelfeld, einst Prunkstück für Kreativität und Einfallsreichtum, siecht dahin. Jonas Hofmann, bereits im Dunstkreis der Nationalmannschaft gewesen, spielt wieder so ertraglos wie in der vergangenen Saison.


Sämtliche taktischen Neuüberlegungen, wie Alassane Plea ins Zentrum zu stellen, Lars Stindl auf die Acht zu ziehen, oder einfach das Personal auf gewissen Positionen zu tauschen, wurden schlicht nicht angegangen, trotz Prüfungen in Testspielen wie gegen Zwickau während der Länderspielpause. Dann ist es ein leichtes für den Gegner, den wohl geknackten Code im Gladbacher System anzuwenden. Der Fall auf Platz fünf verbunden mit dem verspielten Vorsprung sollte Mahnmal genug sein, sich ab jetzt zusammen zu reißen und die Saison irgendwie zu retten. Ansonsten werden wohl noch ganz andere Dinge auf dem Prüfstand stehen.