​Matthias Sammer hat sich in seiner Funktion als TV-Experte zu dem neuen Rekordtransfer in der Bundesliga geäußert. Dabei gratulierte der Ex-Profi dem FC Bayern München zu der ​Verpflichtung von Lucas Hernandez, stellte aber auch fest, dass die Größenordnung des Deals neue Maßstäbe in Deutschland setzt.


Satte 80 Millionen Euro legen die Münchner für den Verteidiger von Atletico Madrid auf den Tisch. Zum Vergleich: Bislang hatte der VfL Wolfsburg mit dem Transfer von Julian Draxler in der Saison 2015/16 für verhältnismäßig kümmerliche 43 Millionen Euro die größte Summe aller Bundesligisten investiert. 

FBL-ESP-LIGA-ATLETICO-REAL MADRID

Lucas Hernandez soll den FC Bayern München über Jahre hinweg prägen



Im Vorfeld der Freitagspartie zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen bezeichnete Sammer daher bei Eurosport den Bayern-Deal als etwas "Herausragendes für die Bundesliga". Im gleichen Atemzug unterstrich der Berater von Borussia Dortmund jedoch auch, dass die Größenordnung seiner Ansicht nach "irrational" sei. 


Damit wollte der 51-Jährige den Bayern-Bossen aber keineswegs vorwerfen, leichtfertig agiert zu haben. "Wenn man bereit ist, 80 Millionen zu investieren, muss man als Verein analysieren, was man benötigt. Ob einen Innenverteidiger oder Außenverteidiger, möglicherweise auch eine Kombination, um ​David Alaba zu entlasten


Darüberhinaus hätten die Bayern aufgrund der festgeschriebenen Ablösesummen in Spanien, ohnehin keinen Verhandlungsspielraum gehabt. Die Kaderplaner des deutschen Rekordmeisters hätten mit Sicherheit gerne weniger ausgegeben, nach reiflicher Überlegung seien sie aber offenbar zu der Erkenntnis gelangt, dass der Deal auch unter diesen Konditionen Sinn macht.

Hasan Salihamidzic

Sportdirektor Salihamidzic bemühte sich bereits seit Monaten um den Neuzugang



Dass Hernandez noch bis zum Saisonende ausfallen wird und womöglich auch die Vorbereitung auf die neue Spielzeit aufgrund einer Knie-Operation verpassen wird, sollte die Bayern-Anhänger nach Ansicht von Sammer nicht allzu sehr beunruhigen. "Der Spieler hat jetzt genug Zeit und er ist in München ​in den besten Händen", so der ehemalige Nationalspieler.


Unterm Strich könne man sich als Fan der Bundesliga also über den Transfer des variabel einsetzbaren Defensivspielers nur freuen und könne stolz sein, dass ein weiterer Weltmeister in Deutschland spielen wird. Bei der Kovac-Elf wird Hernandez in Zukunft Seite an Seite mit seinem Nationalmannschaftskollegen Benjamin Pavard auflaufen, der ebenfalls im kommenden Sommer vom VfB Stuttgart an die Säbener Straße wechseln wird.