Holstein Kiels Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth hat gegenüber den Kieler Nachrichten bestätigt, dass der Hamburger SV sein Interesse an der Verpflichtung des Mittelfeld-Spielers David Kinsombi (23) hinterlegt hat. Die Störche wollen ihren Regisseur aber nicht abgeben. Der Poker um den Holstein-Kapitän ist damit wohl eröffnet.


David Kinsombi spielte bis zu seiner Verletzung (Schienbeinbruch) während der Winterpause eine bärenstarke Saison für die Kieler. Beim Rückrunden-Auftakt, der noch vor der Pause stattfand, schlugen dieStörche nicht zuletzt durch eine Gala-Vorstellung des technisch beschlagenen Mittelfeldakteurs den HSV mit 3:1. Kinsombi erzielte dabei zwei Treffer. Vielleicht sind die Verantwortlichen beim Dino da so richtig auf den Geschmack gekommen. Über die komplette Rückserie flackerten dann immer mal wieder Gerüchte über ein Interesse des HSV an seiner Verpflichtung auf. Jetzt ist es also offiziell bestätigt, doch das macht den Transfer für die Hamburger nicht unbedingt einfacher.


Für Kiels Sportchef Wohlgemuth müsse das sportlich-wirtschaftliche Gesamtpaket passen. "Und die Eckdaten dafür geben wir vor", gibt sich Wohlgemuth kämpferisch. Und gleichzeitig bewusst entspannt: "Insofern betrachten wir die aktuelle Entwicklung mit Gelassenheit." 


Das bisherige Angebot der Rothosen jedenfalls hat sie nicht zum Zucken gebracht an der Förde. Zwei Millionen Euro soll der ​HSV geboten haben. Viel zu wenig aus Kiels Sicht. Vier Millionen Euro sollten es schon sein. Denn Kinsombi ist für Wohlgemuth nicht nur irgendein mehr oder weniger wichtiger Spieler im Kader, sondern quasi das Herz der Truppe. "Wir müssten im Zweifelsfall nicht nur einen ausgezeichneten Spieler, sondern auch einen enorm wichtigen Baustein innerhalb der Struktur unserer Mannschaft ersetzen." (Quelle: Sportbuzzer) Und so was kostet halt sein Geld. 


Dennoch scheint eine Einigung der beiden Vereine nicht völlig außer Reichweite, wohl auch eingedenk der Tatsache, dass der Spieler sich sehr wohl einen Umzug von der Ostsee an die Elbe vorstellen kann. Immerhin ist der aktuelle HSV-Sportchef Ralf Becker derjenige, der Kinsombi einst an die Förde holte. Die nachgestellte Aussage Wohlgemuths, dass jetzt der HSV am Zug sei, "diese Kluft zu schließen", kann auch als sanfte Aufforderung an den Kollegen interpretiert werden, doch bitte zeitnah ein verbessertes Angebot vorzulegen, um diese Personalie nicht zu einem unendlichen Poker geraten zu lassen. 


Doch auch der HSV wird erstmal nicht mit aller Eile an die Causa rangehen. Schließlich muss auch mit einem Auge immer darauf geschaut werden, inwiefern Kinsombi seine Verletzung überstanden hat und in welcher Form er sich nach seiner Reha-Phase präsentiert. Gut möglich also, dass diese Vertragsverhandlungen sich noch ein Weilchen ziehen werden.