​​Jürgen Klinsmann ging in den 80er-Jahren für fünf Spielzeiten für den ​VfB Stuttgart auf Torejagd. Obwohl der ehemalige Bundestrainer später eine Weltkarriere startete, blieb er seinem Ex-Klub stets eng verbunden. In einer Podiumsdiskussion kritisierte Klinsi nun die Führungsriege der Stuttgarter und sprang einem alten Weggefährten zur Seite.


Anlass zur Schelte für seinen Ex-Klub war die Trennung von ​Guido Buchwald, der Anfang Februar seinen Posten als Aufsichtsratsmitglied beim VfB räumen musste. Zuvor hatte der ehemalige Verteidiger einen internen Machtkampf gegen das Gremiumsmitglied Wilfried Porth von Anteilseigner Daimler verloren. Nach Ansicht von Klinsmann begingen die Entscheider beim Traditionsverein damit einen großen Fehler. 

Juergen Klinsmann

Jürgen Klinsmann ist sonst eher für seine versöhnlichen Aussagen bekannt



"Es gibt keinen anderen Bereich, wo so viele Leute mitreden, die eigentlich von der Thematik gar nichts verstehen", wird der 54-Jährige von den Stuttgarter Nachrichten zitiert. Buchwald hingegen sei nicht weniger als der "verdienteste Spieler in der Geschichte des VfB Stuttgart". 


Dabei räumte der Fußballfachmann zwar ein, dass sein enges Verhältnis zu Buchwald nicht komplette Objektivität zulasse, an seiner generellen Sicht auf die Dinge würde dies aber nichts ändern. "Wir finden in vielen unserer Strukturen Leute wieder, die meinen, wirklich inhaltlich über den Fußball fachsimpeln zu dürfen und die sich hinwegsetzen über gewisse Grundprinzipien", beklagte der gebürtige Göppinger nicht nur den Aufbau der Gremien beim VfB.


Der ehemalige Mittelstürmer will daher ein allgemeines Problem bei den deutschen Vereinen ausgemacht haben. Im Fall seines ehemaligen Teamkollegen würde dem VfB darüberhinaus eine wichtige Identifikationsfigur abgehen. Die Hoffnungen, dass der neue Sportvorstand Thomas Hitzlsperger diese Entscheidung in Zukunft noch revidieren wird, hat der Ex-Nationalspieler aber noch nicht aufgegeben. Ob sich der vereinslose Trainer selbst eine Rückkehr zum VfB vorstellen könnte, wurde indes nicht diskutiert.