​Bundestrainer Joachim Löw kann nach der ersten Länderspielpause des Jahres ein durchaus positives Fazit ziehen. Nach dem etwas enttäuschenden 1:1-Unentschieden gegen Serbien feierte die DFB-Elf gegen die Niederlande ​einen nicht unverdienten 3:2-Auswärtssieg. Welche Spieler besonders zu überzeugen wussten und wer noch Luft nach oben hat, seht ihr in der folgenden Übersicht. 


Die "Nicht-Spieler"


Für die Nummer drei Kevin Trapp, Maximilian Eggestein und Niklas Stark reichte es nicht zu einem Einsatz. Mit Eggestein und Stark, die beide erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert wurden, hat Löw zwei vielversprechende junge Spieler in der Hinterhand, die auf längere Sicht eine wichtige Rolle im DFB-Team spielen könnten.

Maximilian Eggestein

Muss weiter auf sein Länderspiel-Debüt warten: Bremens Maximilian Eggestein


Die Verlierer


Julian Brandt stand gegen Serbien in der Startformation und erwischte keinen guten Tag. Beim 22-Jährigen schlichen sich immer wieder Fehlpässe und einfache Ballverluste ein. Nach knapp einer Stunde wurde der Leverkusener ausgewechselt. RB-Profi Timo Werner enttäuschte ebenfalls. Der Ex-Stuttgarter ließ nicht nur zwei sehr gute Möglichkeiten leichtfertig liegen, sondern leistete sich auch einige Stockfehler. In Amsterdam kamen die beiden Offensivspieler nicht zum Einsatz. 


Marc-Andre ter Stegen, den viele Fans derzeit vor Manuel Neuer sehen, stand in Wolfsburg eine Halbzeit lang im Tor. Die Nummer eins des ​FC Barcelona blieb weitestgehend beschäftigungslos und hatte kaum eine Möglichkeit, sich auszuzeichnen und damit den Druck auf Neuer zu erhöhen.


Luft nach oben


Jonathan Tah feierte gegen Serbien sein Startelf-Debüt. Der gebürtige Hamburger erledigte seine Defensivaufgaben meist ohne Probleme, hat in Sachen Spielaufbau allerdings noch viel Luft nach oben. Ähnliches gilt für Antonio Rüdiger, der sich gegen die Niederlande zweikampfstark präsentierte. Dem Innenverteidiger unterliefen jedoch auch immer wieder einfache Fehler. 


Thilo Kehrer, der in Amsterdam auf der rechten Seite ran durfte, konnte sich nur bedingt für weitere Einsätze empfehlen. Der Ex-Schalker war defensiv nicht immer auf der Höhe und setzte in der Offensive kaum Akzente. Kai Havertz stand gegen Serbien 45 Minuten lang auf dem Platz, ehe er in der Halbzeitpause ausgewechselt wurde. Dem 19-Jährigen glückte längst nicht alles. Bei Marcel Halstenberg, den Löw gegen Serbien als Linksverteidiger aufbot, war zu sehen, dass er sich noch nicht wirklich bei der Nationalmannschaft zurechtfindet - auch wenn die zweite Halbzeit Grund zur Hoffnung bot. 


Gute Ansätze


Niklas Süle, der in beiden Länderspielen über die volle Distanz auf dem Platz stand, steigerte sich nach der eher durchwachsenen Leistung gegen Serbien und hinterließ in Amsterdam, mit Ausnahme des zweiten Gegentreffers, einen guten Eindruck. Matthias Ginter war gegen die Niederlande ebenfalls Teil der Dreierkette. Der 25-Jährige ließ in der ersten Halbzeit nicht viel anbrennen und schaltete sich immer wieder mit nach vorne ein. Nach dem Seitenwechsel hatte der Gladbacher allerdings in einigen Zweikämpfen das Nachsehen.


Debütant Lukas Klostermann lieferte am Mittwochabend eine solide Vorstellung ab. In der Schlussphase musste der pfeilschnelle Rechtsverteidiger verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Der RB-Profi hat gezeigt, dass er eine ernstzunehmende Alternative für die rechte Abwehrseite darstellt.

Lukas Klostermann

Zog sich einen Muskelfaserriss zu: Lukas Klostermann


Die Pluspunktesammler


Leon Goretzka kam in Wolfsburg als Einwechselspieler zum Zug und belebte die Offensive spürbar. Der 24-Jährige erzielte zudem sein siebtes Länderspieltor. Gegen die Niederlande durfte der Ex-Schalker von Beginn an ran, schaffte es allerdings nur bedingt, an die Leistung gegen Serbien anzuknüpfen. Ilkay Gündogan lief am vergangenen Mittwoch im zentralen Mittelfeld auf und konnte sich mit einer guten Leistung für einen Stammplatz empfehlen. In Amsterdam durfte der City-Profi offensiver agieren und leitete den Siegtreffer mit einem sehenswerten Schnittstellenpass ein.


Stammplatz untermauert


Neuer konnte gegen die Niederlande zeigen, warum er im Tor der deutschen Nationalmannschaft steht. Gegen Ryan Babel war der Schlussmann zweimal zur Stelle und parierte stark. Bei den Gegentoren (auch gegen Serbien) war die Nummer eins chancenlos. Joshua Kimmich ging als Abräumer im defensiven Mittelfeld voran und zeigte in beiden Länderspielen eine solide Vorstellung.


Toni Kroos, der sich zuletzt nicht nur bei ​Real Madrid Kritik gefallen lassen musste, überzeugte in Amsterdam als Taktgeber im Mittelfeld. Der 29-Jährige ist nicht nur dank seiner Erfahrung wichtig für das junge Team.

Toni Kroos

 Bestritt sein 92.Länderspiel: Toni Kroos


Die Gewinner


Serge Gnabry fehlte gegen die Serben krankheitsbedingt. In Amsterdam stand der Bayern-Profi in der Anfangsformation und krönte seine starke Leistung mit einem Traumtor. Sturmpartner Leroy Sané lieferte in beiden Länderspielen eine bärenstarke Vorstellung ab und war gegen die Niederlande ebenfalls erfolgreich.


Nico Schulz konnte sich beim 3:2-Auswärtssieg spät in die Torschützenliste eintragen. Der Linksverteidiger machte auf seiner Seite jede Menge Betrieb und bereitete zudem den Treffer von Sané mustergültig vor. Marco Reus kam in beiden Länderspielen als Einwechselspieler zum Zug und bereitete jeweils einen Treffer vor. Der ​BVB-Kapitän hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig er für die Nationalmannschaft sein kann.