Die angepeilte Reform des Europapokals schwebt seit geraumer Zeit in der Luft, nun scheinen die Pläne konkreter zu werden: Nachdem Sport1 bereits vor wenigen Tagen über ein Meeting zwischen Vertretern der UEFA und der European Club Association (ECA) berichtete, enthüllte Bild nun die ersten Ideen für die Abwandlung der bisherigen Wettbewerbe in eine Art 'Super-Liga'.


Demnach habe nicht UEFA-Präsident Alexander Ceferin, sondern Andrea Agnelli, Präsident der ECA und dem italienischen Serienmeister Juventus Turin, die Gespräche am vergangenen Dienstag angeführt.


Der 43-Jährige wolle die ​Champions League ab 2024 in einem ähnlichen Modus wie die UEFA Nations League austragen lassen, wobei die Europa League und die für 2021 beschlossene Europa League 2 "unter der Champions League" integriert werden sollen.

Joachim Loew

  Im November vergangenen Jahres stieg die deutsche Nationalmannschaft in der Nations League ab - ein ähnliches Schicksal könnte künftig auch deutsche Europapokalteilnehmer ereilen


So solle die Champions League - oder auch 'Europa-Liga A' - aus vier Gruppen mit je acht Mannschaften bestehen. Die ersten vier Teams aus diesen Gruppen qualifizieren sich für das Achtelfinale, das dann im gewohnten K.o.-Modus ausgetragen werden soll. Ähnlich wie in der Nations League sollen zudem Auf- und Abstiege möglich sein, weshalb beispielsweise die "zwei oder drei letzten Klubs" der Liga A in Relegationsspielen gegen die Besten aus Liga B antreten sollen.


Spieltage am Wochenende, höhere Einnahmen: Wie weit geht die Reform?


Dies würde ein Ende der klassischen Qualifikationswege bedeuten. Aktuell sind die besten vier Mannschaften der ​Bundesliga automatisch für die Teilnahme an der Champions-League-Gruppenphase berechtigt, während der Fünftplatzierte direkt in die Gruppenphase der Europa League einzieht und der Tabellensechste in der dritten Qualifikationsrunde für den einstigen UEFA-Cup gesetzt ist.  


Aufgrund des neuen Modells wäre die Tabellensituation innerhalb der nationalen Liga von geringerer Bedeutung. Solange eine Mannschaft den Abstieg in Liga B verhindert, würde sie auch in der nächsten Spielzeit an der Champions League teilnehmen - selbst wenn sie auf nationaler Ebene im Tabellenmittelfeld landen würde. 

Angel Correa,Federico Bernardeschi

  Bleibt die Attraktivität wirklich vorhanden, wenn bisherige Highlights wie die Begegnung zwischen Juventus Turin und Atlético Madrid regelmäßig erfolgen?


Vor allem Top-Vereine aus Italien, Spanien und Frankreich gelten als Befürworter dieser Reform. Durch die neuartige Liga sollen die TV-Einnahmen erhöht werden, zudem soll der Wettbewerb für eine noch höhere Attraktivität sorgen. Zusätzlich sollen die Partien künftig am Wochenende ausgetragen werden, wobei der Sonntag als primärer Spieltag angepeilt sei. Dies würde sich allerdings mit den Spieltagen der nationalen Ligen deutlich überschneiden, weshalb fraglich ist, ob sich diese Idee durchsetzen würde.