Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das Länderspieljahr ​mit einem Remis (1:1) gegen Serbien eingeläutet. Weniger das Ergebnis, als vielmehr der Auftritt an sich macht Hoffnung für die anstehenden Aufgaben.


Natürlich lief nicht alles rund. Das war bei der in dieser Formation zum ersten Mal zusammenspielenden "Mannschaft" auch nicht anders zu erwarten. Dennoch war von Anfang an das Bemühen erkennbar, mit schnellen, teils direkten Passstafetten das Spiel schnell und auf hohem Tempo zu halten. Einzig die Effizienz vor dem Tor ist zu kritisieren. Am Ende stand ein klares Chancenplus (20:8)  für das junge Team von Jogi Löw, in dem sich vor allem Sané, Gündogan und - in Halbzeit Zwei -  Reus und Goretzka hervortaten.


Wer angesichts dieser Statistik ableitet, dass der Gegner eventuell nicht ganz auf der Höhe war, irrt. Denn die personell geschwächten Serben (die beiden Stürmer Dusan Tadic und Alexander Mitrovic mussten verletzungsbedingt zuschauen) hatten drei sehr klare Torchancen, hätten vor dem Ausgleichstor von Goretzka in der 65. Minute bereits auf 0:2 stellen können. (Die Führung hatte Jovic in der zwölften Minute im Anschluss an einen Eckball erzielt).


In der Summe gewann man gestern Abend den Eindruck, einem Spiel zweier Mannschaften beigewohnt zu haben, die beide in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen könnten.

Immerhin standen gestern auf serbischer Seite mit Marko Dmitrovic (Tor), Mijat Gacinovic, Nemanja Maksimovic und Sergej Milinkovic-Savic vier U20-Weltmeister von 2015 auf dem Platz. Dazu kommt der hierzulande bestens bekannte Luka Jovic.


Die haben also eine richtig gute Truppe beisammen, was vor allem in der ersten Halbzeit deutlich wurde. Die zweite Hälfte ging dann fast komplett an die deutsche Auswahl. Der einzige Wermutstropfen am gestrigen Abend in der Volkswagen-Arena zu Wolfsburg war das brutale und zu recht mit Rot bestrafte Foul von Milan Pavkov an Leroy Sané (dem besten Deutschen) in den letzten Augenblicken der Partie. Die Zeitlupe des Fouls ließ nichts Gutes erahnen. Sané gab direkt nach der Partie aber leichte Entwarnung. Am Sonntag in den Niederlanden dürfte er der DFB-Elf zur Verfügung stehen.


Fazit: ein Unentschieden gegen einen starken Gegner, das die deutschen Fußball-Fans verhalten optimistisch in die Zukunft schauen lässt. Weiter so, Herr Löw!