Seit Kurzem ist ​HSV-Abwehrrecke Kyriakos Papadopoulos (27) wieder voll in das Trainingspensum der Profis integriert. Im vereinsinternen fünfzigminütigen Test gegen die U21-Mannschaft wirkte er über die volle Distanz mit. Doch angesichts des im Sommer 2020 auslaufenden Vertrages müssen sich die Verantwortlichen allmählich Gedanken machen, wie es mit dem Verteidiger weitergehen soll.


Fürs erste beließ es Trainer Hannes Wolf (37) bei kurzfristigen Prognosen. "Wir haben verabredet, dass "Papa" während der Länderspielpause voll trainieren soll, und dann werden wir sehen und die Lage beurteilen", so Wolf gegenüber dem Hamburger Abendblatt


Heißt: der HSV spielt erstmal auf Zeit. Und das ist aus seiner Perspektive auch genau richtig.

Denn: ob der langen Verletzungshistorie des Griechen will man in Hamburg vorsichtig und nicht übereilt an die Geschichte herangehen. Voreilige (und im Nachhinein als falsch sich herausstellende Vertragsverlängerungen) hat es beim Hamburger SV in den letzten Jahrzehnten schon zu viele gegeben. Und angesichts der leeren Kassen beim Traditionsklub ist finanzielle Zurückhaltung das Gebot der Stunde.  


Auch in sofern ist die aktuelle Situation für den HSV nicht die allerschlechteste. Papadopoulos' Gehalt wird momentan zu 80 Prozent von der Versicherung getragen. Erst wenn der Spieler voll in den Wettkampfmodus tritt, muss der HSV wieder für das Salär des Innenverteidigers aufkommen. Die jetzige Phase gilt arbeits- und sozialversicherungsrechtlich als "Arbeitsversuch".


Doch natürlich macht man sich von Klubseite aus auch schon Gedanken über das Saisonende hinaus. In diesem Sinne sind die Worte von Sportchef Becker zu verstehen, wenn er sagt: "Ein Papadopoulos in guter körperlicher Verfassung kann für den HSV immer ein wichtiger Spieler sein - ob in dieser oder in der kommenden Saison." Fürwahr. Und es ist auch eher zweifelhaft, dass der Grieche nach seiner langen Leidenszeit (die gerade überstandene Knieverletzung ​setzte ihn acht Monate außer Gefecht!) mit Angeboten der Konkurrenz, ob im Ausland oder in Deutschland, überhäuft wird.


Die weitere Entwicklung in dieser Personalie wird also hauptsächlich davon abhängen, ob und in welchem Grad der Spieler wieder zu voller Wettkampftauglichkeit zurückfindet. Die nächsten Wochen und Monate werden den Weg weisen. ​