Die Bilanz für Thomas Doll liest sich katastrophal seit seinem Amtsantritt bei ​Hannover 96. Aus sieben Spielen mit dem neuen Coach holten die Niedersachsen einen Sieg, die übrigen Spiele wurden allesamt verloren. Das Vertrauen von 96-Boss Martin Kind hat Doll dennoch.


Am Beispiel von Hannover 96 zeigt sich, dass Trainerwechsel in den meisten Fällen nicht viel bringen. Schon Ex-Coach Andre Breitenreiter beklagte die fehlende Qualität im Kader, auch Thomas Doll scheint mittlerweile klar zu sein, dass nicht mehr aus der Mannschaft herauszuholen ist. Anders ließen sich die sechs Niederlagen in sieben Spielen nach dem Wechsel auf der Trainerbank nicht erklären, ist der neue Coach doch mit viel Verve und Herzblut dabei.


Vor allem die Art von Thomas Doll scheint die Führungsetage in Hannover zu bestärken, auch im Abstiegsfall mit dem neuen Coach weitermachen zu wollen. Gegenüber dem Sportbuzzer erklärte Martin Kind: „Es gibt keine Trainerdiskussion, das ziehen wir jetzt durch.“ Dagegen ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt nur noch theoretischer Natur, wie der 96-Boss nach der 1:3-Niederlage gegen den ​FC Augsburg zugab. „Da wurden wieder die alten Schwächen gezeigt. Man kann nur hoffen, dass es Thomas Doll noch irgendwie gelingt, einen Knopf zu drücken und etwas zu erreichen.“

Auch Sportchef Host Heldt stärkte nach dem neuerlichen Rückschlag seinem neuen Trainer noch mal demonstrativ den Rücken. „Wir haben, als wir das gemeinsam entschieden haben, gesagt, wir gehen mit Thomas Doll auf jeden Fall über anderthalb Jahre. Und auch wenn der Worst Case eintritt, dann wollen wir mit Thomas Doll wieder aufsteigen. So ist es zumindest miteinander besprochen worden.“ Zumindest für Doll bedeutet das eine gewisse Sicherheit, auch im Abstiegsfall weiter auf der Bank sitzen zu dürfen. Der Druck würde erst im kommenden Jahr steigen. Denn dann ist das Saisonziel der direkte Wiederaufstieg, woran auch er sich messen lassen muss.