Was soll man über ​Lionel Messi (31) noch schreiben, was noch nicht geschrieben wurde? Was soll man sagen, was noch nicht gesagt wurde? Am vergangenen ​La-Liga-Spieltag stellte der Argentinier wieder einmal unter Beweis, der beste Spieler dieses Planeten zu sein. Trotz seinem ​portugiesischem ​Erzrivalen, der jetzt für Juventus die Tore schießt. 


Es lief die 85. Minute im Estadio Benito Villamarín zu Sevilla. Gastgeber Betis war da bereits geschlagen, doch der Höhepunkt des Spiels sollte erst noch kommen: nach einer Ecke für Barca lässt Rakitic den Ball für Messi an der linken Ecke des Strafraumes liegen. Alle erwarten eine Flanke in den dicht besiedelten Strafraum. So wohl auch Betis-Keeper Pau Lopez, der in Erwartung der gleich kommenden Flanke etwas vor seiner Linie postiert ist. Nicht viel, vielleicht einen Meter. Doch das reicht Messi, um innerhalb von Sekundenbruchteilen zu entscheiden: den schlenz ich einfach mal über den Torwart ins lange Eck. 


Gesagt - getan: einer Parabel gleich erhebt sich der Ball in einer sanft geschwungenen Linie, genau soviel, wie es braucht, um Lopez zu überlupfen. Der Ball springt an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor. Ein Tor made in Messi, ein Tor, wie es wohl aktuell im Weltfußball kein anderer schießen kann. Und das sahen die Betis-Fans offensichtlich genauso. Sie verteilten nämlich in der Folge das höchste Lob, das einem Fußballer auf fremden Platz zuteil werden kann: sie spendeten Beifall auf offener Szene, die von den Barca-Fans bekannte Geste der göttlichen Devotion nachahmend. Sie sagten damit nichts anderes als: Du bist der Gott dieses Spiels.

Unnötig zu erwähnen, dass Messi noch zwei weitere Treffer zum 4:1-Sieg seiner Culés gegen die Andalusier beisteuerte. Und ein viertes Tor des Mega-Spielers verhinderte in der Nachspielzeit nur der Innenpfosten.


Unter der Woche hatte Cristiano Ronaldo mit seinem Dreierpack im Achtelfinal-Rückspiel gegen Atletico Madrid noch vorgelegt. (Messi traf "nur" zweimal beim 5:1 gegen Olympique Lyon). Doch am vergangenen Wochenende wurde CR7 geschont, überließ damit die Bühne demjenigen, dem sie wahrhaftig gebührt: Messi, Messi - immer wieder Messi. ​