Der Nationalmannschaft stehen entscheidende Monate bevor. Nationaltrainer Joachim Löw hat nun seinen Kader bekanntgegeben und hat mit der ​viel diskutierten Ausbootung der drei München-Profis vor allem eines im Sinn: Die nächste Generation soll nun das Ruder übernehmen. Dabei nimmt er vor allem ein Duo in die Pflicht.


Es war eine Überraschung, doch dass Löw für die nächsten Länderspiele nicht mehr mit Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller plant, war nur noch eine Frage der Zeit. Der von vielen geforderte Umbruch fordert natürlich auch "Opfer". Löw setzt nun deswegen auf die nächste Generation und traut ihr auch viel zu - setzt die Youngster aber auch unter Druck.


Dabei meint er vor allem die Nachrücker, die sich natürlich beweisen müssen. "Sie müssen mehr geben und mehr investieren", so Löw in der Welt am Sonntag. Das gibt nun natürlich Spielern eine Chance, die sich bisher noch nicht durchsetzen konnten. Doch ohne Leistung, könnte die Karriere in der Nationalmannschaft wieder schnell vorbei sein.


Auf zwei Spieler wird Löw nun besonders achten. "Niklas (Süle) ist jetzt in der Verantwortung. Das bringt auch eine gewisse Erwartungshaltung an ihn mit sich. Wir erwarten noch mehr von ihm. Er muss jetzt hinten organisieren, dirigieren, sich zeigen. Genauso wie Antonio Rüdiger. Jetzt sind nicht andere vor ihm."

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Vor allem Rüdiger (li.) und Süle (mi.) müssen sich nun beweisen


Durch die Nicht-Nominierung von Boateng und Hummels stehen sie nun unter Druck, denn sie müssen die Lücken schließen. Bisher konnte vor allem Rüdiger nicht immer überzeugen. Auch Süle ist bisher noch nicht die Leitfigur, die er in der Bundesliga beim ​FCB einnimmt. Für die Zukunft könnten sie aber ein erfolgreiches Duo werden.


Grundsätzlich hat Löw aber an jeden Spieler eine Nachricht: Jeder müsse "jetzt noch einen Schritt nach vorn machen und das Gefühl vermitteln: 'Hallo, jetzt bin ich da. Jetzt stehe ich für Deutschland auf dem Platz. (...) Ich will ein Turnier gewinnen. Ich bin kein Mitläufer mehr.' Das ist es, worum es jetzt geht." Im Hinblick auf die Qualifikation zur Europameisterschaft könnte diese Einstellung entscheidend sein, wenn man das enttäuschende Jahr 2018 hinter sich lassen will. Und Löw will mit dem Schnitt wohl auch genau diese Haltung bei den anderen Spielern provozieren.