Schon bevor ​Real Madrid die Aufstellung für das Heimspiel gegen Celta Vigo bekanntgab, war klar, dass sich das Personal im Vergleich zu den vergangenen Wochen ändern würde. Doch Rückkehrer Zinedine Zidane, der unter anderem die von Santiago Solari aussortierten Marcelo und Isco in die Startaufstellung beorderte, überraschte mit einer Änderung im Tor: Statt Thibaut Courtois durfte Keylor Navas zwischen die Pfosten, blieb beim 2:0-Erfolg ohne Gegentor und trotzte im Anschluss den Kritikern.


Navas, der in den vergangenen Jahren noch die Nummer eins der Königlichen war, sich allerdings in der abgelaufenen Saison immer wieder teils scharfer Kritik ausgesetzt sah, bekam im Sommer neue Konkurrenz. Thibaut Courtois wurde für 35 Millionen Euro vom FC Chelsea verpflichtet und setzte sich ab dem dritten Spieltag gegen den Costa Ricaner durch. Seither absolvierte Navas nur drei Spiele in der Primera Division. Lediglich in der Copa del Rey war er gesetzt, weshalb sein letzter Einsatz in der Liga vom 13. Januar dieses Jahres datiert.


Doch Zidane setzte Courtois am Samstag gegen Celta Vigo überraschend auf die Bank. Stattdessen durfte sich Konkurrent Navas noch einmal beweisen, parierte in der ersten Halbzeit stark gegen Maxi Gómez und feierte prompt einen Zu-null-Sieg, welchen er allerdings nicht an seiner eigenen Leistung ausmachen wollte: "Das fing schon ganz vorne an. Karim (Benzema), Marco (Asensio), Isco… alle haben gepresst. Wir alle wissen, dass wenn wir zu Null spielen wollen, man vorne pressen muss", lobte er seine Vordermänner für den engagierten Auftritt (via Real Total).

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Navas kämpft jedoch auch um seine Zukunft bei den Madrilenen. Der Vertrag des 32-Jährigen läuft im kommenden Jahr aus, vor wenigen Monaten wurde über einen Wechsel in die Premier League spekuliert. Die Kritik ließ nicht nach, auch, weil er schwache Trainingsleistungen gezeigt haben soll. Für diese Vorwürfe hat er jedoch nur wenig Verständnis übrig (via Marca): "Die Leute, die gesagt haben, ich hätte schlecht trainiert, müssen jetzt zugeben dass sie falsch gelegen haben. Entweder kennen sie mich nicht, oder sie haben noch nie eine Trainingseinheit in Valdebebas [Trainingsgelände von Real Madrid, Anm. d. Red.]  gesehen."


Jeder, der bei den Einheiten anwesend ist, wisse, wie er trainiere. "Ich arbeite jede Woche, um in der Startaufstellung zu stehen. Ich versuche immer, meinen Teil beizutragen, und ich werde aus dieser Situation gestärkt herauskommen." Nach seinem Startelf-Comeback wolle er "für den Moment leben. Wenn du über die Zukunft nachdenkst, verlierst du die Perspektive für die Zeit, in der du lebst", so Navas, der sich in der spanischen Hauptstadt wohl fühle.


Dementsprechend wolle er weiterhin für die Königlichen auflaufen. Er betonte: "Mein Wunsch hat sich nicht verändert und es ist meine Absicht, meinen Vertrag zu erfüllen." Zunächst aber will er weiter an sich arbeiten, um Courtois mittelfristig aus dem Tor zu verdrängen: "Es ist immer Licht am Ende des Tunnels, so habe ich schon immer gearbeitet. Was wichtig ist, ist dass ich hart trainiert habe und diese Gelegenheit als Resultat bekommen habe."