Bereits vor der Partie ahnte Julian Nagelsmann, dass Steven Zuber besonders motiviert in das Duell zwischen dem VfB Stuttgart und ​1899 Hoffenheim gehen würde. Der Schweizer, aktuell von der TSG an die Schwaben verliehen, machte allerdings nicht aufgrund seines Ausgleichstreffers negativ auf sich aufmerksam, sondern mit seinem Jubel danach.


Eine offizielle Regel ist es nicht, doch für die meisten Spieler verbietet es sich, bei einem Tor gegen seinen Ex-Verein zu jubeln. Zwar ist Steven Zuber lediglich an den VfB Stuttgart ausgeliehen, doch der Schweizer, der in der abgelaufenen Hinrunde unter Julian Nagelsmann lediglich eine untergeordnete Rolle spielte, ließ seiner Freude nach seinem Tor in der 66. Minute freien Lauf.


Damit war Nagelsmann nach der Partie allerdings nur schwer einverstanden. Grund hierfür war nicht, dass Zuber sein fünftes Saisontor ausgiebig bejubelte, sondern dass er dies ausgerechnet vor den mitgereisten Gästefans aus Sinsheim tat.  ​"Ich weiß nicht, ob er das machen muss", kritisierte ihn der 31-Jährige laut ​kicker"Ich fand den Jubel vor unseren Fans nicht ganz glücklich. Bevor das Spiel losgeht, muss er schon nachdenken, ob das der richtige Weg ist."

Steve Zuber,Santiago Ascacibar

     Mit seinen neuen Mannschaftskollegen und Maskottchen Fritzle feierte Steven Zuber (2. v.r.) das Ausgleichstor vor den Fans der TSG Hoffenheim


Abgesehen davon könne er dem offensiven Mittelfeldspieler aber keinen Vorwurf machen: "Für ihn freue ich mich. Er ist ein feiner Kerl und ein guter Spieler. Es ist sein Job, gute Spiele zu machen und das hat er heute getan." Bereits auf der Pressekonferenz wenige Tage vor der Partie ahnte Nagelsmann, dass Zuber eine solche Leistung abrufen würde: "Er war immer motiviert, jetzt vielleicht noch einige Prozentpunkte mehr, weil er mir zeigen will, dass es nicht immer die richtige Entscheidung war, ihn nicht immer spielen zu lassen."


Zuber selbst wollte die Szene nicht überbewerten. Man solle "nichts Falsches hineininterpretieren", schließlich habe er in diesem Moment schlicht vor dem Gästeblock gestanden. "Das ist mein Torjubel, es war nicht für die Fans von Hoffenheim gedacht", so der 27-Jährige, der auch darauf hinwies, dass er Fußball für sich selbst spiele - und nicht für andere.


Ohnehin verläuft die aktuelle Rückrunde positiv für ihn. Alle seine fünf Bundesligatore erzielte er im Dress des VfB, wo er regelmäßig von Anfang an beginnt und unter Markus Weinzierl gesetzt ist. "Ich wollte es mir selbst beweisen, nur darum geht es", so Zuber, in dem "viel Tatendrang" schlummere, der "jetzt endlich mal rausdarf."