Speziell nach dem Aus in der Champions League gegen den FC Liverpool wurde die Kritik an Robert Lewandowski laut, doch bereits zuvor äußerte sich Sky-Experte Didi Hamann kritisch über den Angreifer des ​FC Bayern München. Den Polen lassen solche Behauptungen kalt, dennoch erklärte er gegenüber Przeglad Sportowy seine neue Rolle in der Mannschaft des Rekordmeisters. 


Wie so oft in großen Spielen richteten sich die Augen beim FC Bayern besonders auf ​Robert Lewandowski, doch erneut warteten die Fans vergebens auf ein Tor des Angreifers. Der 29-Jährige traf in einem K.o.-Spiel in der Champions League letztmalig im Achtelfinale der vergangenen Saison, als er beim 5:0 über Besiktas Istanbul einen Doppelpack erzielte.


Nach acht Toren in der Gruppenphase blieb er gegen den FC Liverpool über 180 Minuten torlos. Der Torjäger kritisierte nach der Partie die zurückhaltende Spielweise der Mannschaft und beklagte die fehlende Unterstützung in der Offensive, blieb in den Augen vieler allerdings erneut blass.


"Vier oder fünf Tore weniger" spielen keine Rolle


Lewandowski, der in 230 Pflichtspielen für die Münchner 180 Mal erfolgreich war, lässt die Kritik kalt. Viel mehr betont er, dass die reine Statistik kaum etwas über sein Spiel aussage: "Wie ich mich auf dem Feld bewege, wie ich für die Mannschaft spiele, das mag in weniger Toren resultieren. Aber das bedeutet nicht, dass ich eine schwächere Saison habe."

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  Tore sind für Robert Lewandowski längst nicht mehr alles



Die Ziele der Mannschaft stehen in seinen Augen über individuellen Leistungen. "Meine Zahlen sind nicht das Wichtigste", sagt Lewandowski, von dem der FC Bayern dennoch abhängig ist. "Es passiert häufig, dass die Leute nur auf das Endergebnis schauen und ob ich getroffen habe oder nicht. In dieser Saison ist meine Rolle innerhalb der Mannschaft aber eine andere als in den Jahren zuvor. Ob ich jetzt vier oder fünf Tore mehr oder weniger erziele, ist daher nicht so wichtig."


Teamplayer Lewandowski?


Ist er unter Niko Kovac der Teamplayer, den Didi Hamann seit geraumer Zeit in ihm vermisst? Noch vor wenigen Wochen kritisierte der 45-Jährige laut ​Sport1: "In den letzten Jahren sind die Bayern in der Champions League gegen Real und Atletico Madrid ausgeschieden, obwohl sie besser waren. Da stelle ich mir die Frage nach dem Warum. Es fehlen ein, zwei, drei Prozent. Und die sehe ich unter anderem bei Lewandowski und seiner Art."


Der Pole sei zwar "die beste Nummer 9 der Welt", doch vor allem im Umgang mit seinen Mannschaftskollegen bestünde Nachholbedarf: "er muss die jungen Spieler aufmuntern. Als Vorbild. Und den Eindruck hatte ich die letzten Wochen nicht."

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  Im Champions-League-Finale 2013 erzielte Mario Mandzukic das 1:0 für die Münchner Bayern - Hamann schätzt ihn vor allem aufgrund seines Verhaltens auf dem Platz



Bei den Münchnern würde jeder Stürmer Tore schießen, doch der Triple-Erfolg aus dem Jahr 2013 hänge auch mit anderen Gründen zusammen, so Hamann: "Die Champions League gewonnen haben sie mit Mario Mandzukic." 


Der Kroate verkörpere den Typus, den die Bayern in seinen Augen benötigen - "ein Teamplayer, der immer für die Mannschaft geackert hat." Doch dass die Münchner seit sechs Jahren auf den sechsten Titel in der Königsklasse warten, ​hängt auch mit anderen Faktoren zusammen, wie das jüngste Ausscheiden gegen den FC Liverpool zeigt. Es liegt demnach nicht nur, aber dennoch auch an Robert Lewandowski.