In den vergangenen Transferperioden gingen Jürgen Klopp und der FC Liverpool regelmäßig auf Shopping-Tour, doch damit soll vorerst Schluss sein. Stattdessen wolle der Trainer der 'Reds' keinen seiner Topstars abgeben und die Mannschaft stetig weiterentwickeln.


Dass Jürgen Klopp seiner Mannschaft eine spezielle Art des Fußballspielens beibringt, wussten die Verantwortlichen des FC Liverpool vor der Verpflichtung des 51-Jährigen im Oktober 2015. Der einstige Erfolgstrainer von Borussia Dortmund musste den Kader dementsprechend anpassen, was in erster Linie bedeutete, dass viele externe Neuzugänge verpflichtet wurden.


Ob 78,8 Millionen Euro für Abwehrchef Virgil van Dijk, 62,5 Millionen Euro für Torhüter Alisson Becker oder 42 Millionen Euro für den pfeilschnellen Mohamed Salah - Liverpool war stets aktiv am Geschehen auf dem Transfermarkt beteiligt. Seit Klopp im Amt ist, investierte der Verein rund 437 Millionen Euro, die sich allerdings bezahlt machen sollten.


Die abgelaufene Saison beendete die Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz, erreichte zudem das Finale in der Champions League. Aktuell stellt Liverpool mit 17 Gegentoren die beste Abwehr der Premier League, verlor erst eine einzige Partie und ist Titelverteidiger Manchester City dicht auf den Fersen. Nach dem ​3:1-Sieg im Achtelfinal-Rückspiel über den ​FC Bayern München treffen die 'Reds' im Viertelfinale der Königsklasse auf den FC Porto, in einem möglichen Halbfinale wartet der Sieger des Duells zwischen Manchester United und dem FC Barcelona.

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  Nach dem souveränen Auftritt seiner 'Reds' hatte Jürgen Klopp am Mittwochabend allen Grund zur Freude



"Wir werden wahrgenommen als Top-Mannschaft, das freut mich sehr", freute sich Klopp nach dem Einzug in die Runde der letzten Acht (via Bild). Liverpool ist mittlerweile nicht mehr der Verein, der jahrelang an seine erfolgreiche Vergangenheit erinnerte - denn spätestens seit der vergangenen Saison schreibt die Mannschaft wieder Geschichte. Man sei "zurück auf der europäischen Fußball-Landkarte", so Klopp, der nicht müde wurde, zu betonen: "Wir sind wieder da [...] Es gibt keinen Zweifel: Wir sind wieder da."


Schon bei Borussia Dortmund entwickelte er eine erfolgreiche und schlagkräftige Mannschaft, die in den Folgejahren jedoch zersplittert werden sollte. Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels schlossen sich dem FC Bayern München an, Henrikh Mkhytarian zog es ebenso wie Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal, und auch ein Sven Bender spielt mittlerweile für Bayer Leverkusen.


Vertrauen in die eigenen Spieler: Keine erneute Transfer-Offensive geplant


Klopp erlebte zwar nicht alle Abgänge als Trainer des BVB, doch genau diesen Zerfall will er an der Anfield Road verhindern. Schließlich habe auch der FC Liverpool in den vergangenen Jahren stets damit zu kämpfen gehabt, seine besten Spieler abgeben zu müssen. "Das", versichert Klopp (via Sportbuzzer) nun, "wird dieses Jahr ganz sicher nicht passieren."


Sein Ziel: Die Mannschaft soll zusammengehalten und entwickelt werden, Nachwuchstalente sollen in den kommenden Jahren die Chance erhalten, sich zu beweisen. "Ich denke nicht, dass wir mit dieser Mannschaft im Moment das große Geld ausgeben müssen", ist sich Klopp, der diese Strategie als "den besten Weg" betitelt, sicher. 

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  Transfers in der Größenordnung von Virgil van Dijk soll es im Sommer an der Anfield Road nicht geben



Dass er die Mannschaft weiterentwickeln kann, stellte er in dieser Saison unter Beweis. Liverpool spielt nicht mehr nur den überfallartigen Angriffsfußball, sondern ist auch immer wieder in der Lage, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen und sich gegebenenfalls zurückzuziehen. Zwar können Sadio Mane, Roberto Firmino und Mohamed Salah noch immer ihr enormes Tempo im letzten Drittel ausspielen, doch die Mannschaft hat gelernt, in einigen Phasen des Spiels ruhig und geduldig zu bleiben - was sie im Hinblick auf das anstehende Saisonfinale noch gefährlicher macht.