Um sich im Winter noch einmal für den Abstiegskampf in der laufenden Rückrunde zu rüsten, buhlte ​Hannover 96 unter anderem um Shinji Kagawa und Alex Meier - doch beide Spieler sollten sich anderen Vereinen anschließen. Der kicker berichtet nun über das Scheitern der beiden Transfers, das kein gutes Licht auf die Niedersachsen wirft.


Der Trainer wurde bereits ausgetauscht, der Manager für die Kaderplanung kritisiert und die Mannschaft ​für ihre schwachen Leistungen zerlegt. Nicht zuletzt Klubchef Martin Kind machte jüngst durch negative Aussagen über den von ihm geführten Verein auf sich aufmerksam, ​wies Kritik von außen zurück und nahm sich in der aktuellen Krise überwiegend aus der Schussbahn - obwohl Hannover 96 vor dem zweiten Abstieg binnen drei Jahren steht.


In der vergangenen Transferperiode sicherten sich die 96er die Dienste von Nicolai Müller und Kevin Akpoguma. Beide Spieler wurden auf Leihbasis bis zum Saisonende verpflichtet, aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel musste Kind die nötigen Summen aus privater Tasche bereitstellen. Doch der 74-Jährige soll auch dafür verantwortlich sein, dass Shinji Kagawa zu Besiktas Istanbul und nicht nach Hannover wechselte.

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  Landete schlussendlich bei Besiktas Istanbul: Shinji Kagawa



Zwar konnte am letzten Tag des Transferfensters mit Borussia Dortmund eine ​Einigung über eine Leihe des Japaners, der in der Hinrunde keine Rolle unter Lucien Favre spielte, erzielt werden - allerdings war Kagawa zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg nach Istanbul. Laut kicker sei dies nicht nur dem von ​Besiktas gestellten Privatjet geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass Heldt und Kind sich am Abend zuvor nicht einigen konnten: Demnach wollte sich Heldt telefonisch mit dem Klubboss abstimmen, allerdings habe dies nicht geklappt.


Meier sollte Probetraining absolvieren


Auch Alexander Meier, der ​bereits im Sommer mit den Hannoveranern in Verbindung gebracht wurde, landete letzten Endes beim ​FC St. Pauli und geht für die Kiezkicker in der zweiten Bundesliga auf Torejagd. Der 36-Jährige habe zunächst ein Probetraining unter dem damaligen Trainer André Breitenreiter absolvieren sollen - bei St. Pauli hingegen habe man auf derartige Maßnahmen verzichtet und nicht mit einem Angebot gezögert.


"Mein Anteil ist vorhanden. Ich kann ja nicht sagen, ich habe damit nichts zu tun", wird Horst Heldt zitiert. Er fragt sich, ob er gegenüber Kind nicht "fordernder" hätte sein müssen - doch ob der 74-Jährige wirklich auf diese Forderungen eingegangen wäre, scheint ebenso fraglich wie ein weiteres Engagements seitens Heldts über den Sommer hinaus.