Der ​1.FC Nürnberg steht immer noch ohne sportliche Führung da. Vor einigen Wochen wurden Trainer Michael Köllner und Sportvorstand Andreas Bornemann entlassen. Neuer Trainer ist Boris Schommers, doch ein neuer Sportchef ist noch nicht gefunden. Der Grund: Sie haben die Qual der Wahl.


Gegenüber de​Bild verriet Vereinsboss Dr. Thomas Grethlein, dass sie viele sehr gute Kandidaten für den Posten des Sportdirektors haben. "Die guten bis sehr guten Gespräche mit vielen Kandidaten führen dazu, dass wir sorgfältig prüfen müssen, bis wir das Ganze finalisieren können. Deswegen dauert der Prozess an. Wir haben quasi die Qual der Wahl", sagte Grethlein.


Doch problematisch ist die aktuelle Situation des Vereins. Es müssten derzeit Verträge verlängert oder Transfers für die neue Saison geplant werden. Doch ohne Sportvorstand ist dies nicht möglich. Zu den Kandidaten gehören Jonas Boldt, ehemaliger Sportdirektor von Leverkusen und auch Dietmar Beiersdorfer, der für seine Tätigkeiten beim HSV bekannt wurde. 


Auch der ehemalige Spieler Per Nilsson ist ein Kandidat, dieser leitet zurzeit die Jugendabteilung von RB Leipzig. Thomas Grethlein fügte hinzu: "In den nächsten Tagen wird es auf jeden Fall noch keine Entscheidung geben. Wir sind natürlich um eine möglichst zeitnahe Lösung bemüht, um dann die Planungen für die nächste Saison forcieren zu können.“


Andreas Bornemann war seit 2015 im Amt und hat mit dem Club turbulente Jahre erlebt. In seiner ersten Saison scheiterte der FCN in der Relegation am Aufstieg, danach reichte es nur für einen Platz im Mittelfeld des Unterhauses. In der letzten Saisongelang den Nürnbergern endlich der ersehnte aufstieg. Doch im aktuellen Aufstiegsjahr wird deutlich, dass dem Club vor allem die wirtschaftliche Stärke fehlt, um mit den Bundesligisten mitzuhalten.


Man setzt vermehrt auf die Jugendarbeit, mit der man junge Spieler für die erste Mannschaft großzieht und später teuer verkauft. Die Früchte dieser Arbeit konnten bislang noch nicht in teuren Abgängen geerntet werden. Der neue Sportvorstand soll neben Transfers auch die Jugendarbeit weiter ausbauen. Diese kann den Antrieb für eine erfolgreiche Zeit des Vereins sein. Doch in der nächsten Saison muss man wohl erst wieder in die zweite Liga.