​Am Ende sind sich alle einig: Der ​FC Bayern München ist hochverdient aus der Champions League ausgeschieden. Die 1:3-Niederlage am Mittwochabend besiegelte das Ende im Achtelfinale. Auf der Suche nach den Gründen wird vor allem die defensive Spielweise kritisiert, die in beiden Spielen nicht zum Erfolg führte.


Die Spieler der Bayern erzielten selbst kein Tor, kamen dem Torerfolg in 180 gespielten Minuten auch neben einem Eigentor von Joel Matip nicht allzu nah. Die Statistiker zählten in beiden Partien nur zwei Schüsse auf das Tor der ​Liverpooler. Ein erschreckender Wert, wenn man bedenkt, um wie viel es für den FCB ging. Vor allem in der Phase, als die Bayern unbedingt ein Tor benötigten, vermisste man die oft so hochgelobte Offensiv-Abteilung.


Viele Fans und Spieler sehen den Grund dafür in der zu defensiven Spielweise, mit der Niko Kovac die Bayern auf das Feld schickte. Im eigenen Stadion hätte man anders auftreten müssen, um eine Chance auf das Weiterkommen zu haben. Auch Robert Lewandowski kritisiert diese Herangehensweise via transfermarkt.de: "Ich denke, wir haben zu defensiv gespielt."

"Wir haben weniger riskiert nach vorn zu spielen. Wenn man beide Spiele anschaut, hatten wir nicht viele Chancen. Deswegen hatten wir auch keine Argumente, um weiterzukommen", so der polnische Angreifer weiter. Vor allem Lewandowski war oft limitiert, ist er doch auf die Unterstützung seiner Mitspieler angewiesen. Im Rückspiel kam er lediglich zu 29 Ballaktionen. 


Dass man die Liverpooler hätte schlagen können, wurde nur in wenigen Momenten deutlich. Doch Defensivmann Mats Hummels glaubt, dass man mit einer anderen Spielweise gute Chancen gehabt hätte: "Zu gut waren sie nicht, wir waren in manchen Situationen fußballerisch nicht sauber genug. Im Nachhinein wäre es vielleicht anders ausgegangen, wenn wir aktiver gewesen wären." Eine Erkenntnis, die allerdings zu spät kommt. 


Es fehlte grundsätzlich an einem Plan und dem Mut, sich dem vermeintlichen Favoriten entgegenzustellen. Natürlich waren die Engländer auch qualitativ überlegen und konnten ihr Spiel perfekt durchsetzen, doch eine Mannschaft wie Bayern München muss gegen solche Gegner umso mehr den Siegeswillen entwickeln. Klar ist aber auch, dass Liverpool eine starke Abwehr-Leistung zeigte und gegen den FCB nicht viel zuließ. 


Bayern ohne Mut und auf der Suche nach der eigenen Identität

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Vor allem Robert Lewandowski litt unter der ängstlichen Spielweise



In dieser Saison fehlt auch die Erfahrung gegen die großen Teams. Hummels machte deutlich, wieso es vor allem gegen Liverpool so schwer wurde: "Wir haben eine gewisse Spielweise, die gegen pressende Mannschaften nicht immer zum hundertprozentigen Erfolg führt. Da täten uns ein, zwei andere Begebenheit in unserem Spiel ganz gut."


Am Ende steht also ein weiteres Ausscheiden in der Champions League zu Buche. Man wird seine Lehren ziehen, kann sich nun aber auch voll auf die ​nationalen Wettbewerbe fokussieren. Ein Rückschlag ist es aber allemal. Die große Frage ist aber, ob der FC Bayern München mit diesen Leistungen überhaupt noch zu den europäischen Spitzenteams gehört. 


Argumente dafür wird man erst wieder in der Zukunft sammeln können. Klar ist aber, dass man bei solchen taktischen, wie offensiven Stärken nicht über eine defensive Spielweise zum Erfolg kommen kann. Es bleibt also weiterhin fraglich, wo das berühmte "Mia san Mia" abgeblieben ist. Der FCB steckte zumindest am gestrigen Abend in einer Identitätskrise, die schleunigst überwunden werden sollte.