​Nach dem 4:0-Sieg im Hamburger Derby deutet vieles auf eine Rückkehr des ​HSV in die Bundesliga hin. Sportlich sieht die Lage rosig aus, wirtschaftlich nicht so ganz. Bis Freitag muss der Klub bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren für die kommende Spielzeit einreichen. Die Hoffnung, dass der HSV für beide Bundesligen die Lizenz erhält, ruhen auf Investor Klaus-Michael Kühne und einer Fananleihe. 


Am Freitag bis um 15.30 Uhr müssen bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Lizenzierungsunterlagen des Hamburger SV für die Spielzeit 2019/2020 eingetroffen sein. Die Geschäftsführung des Klubs muss darin die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen. Vorstandschef Bernd Hoffmann gab sich gegenüber dem Hamburger Abendblatt optimistisch: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Lizenz für beide Ligen ohne Auflagen und Bedingungen erhalten werden."


Ungeklärt ist die Frage, wie das Hamburger Stadion ab dem 30. Juni heißen wird. Dann läuft der bisherige Vertrag mit Investor Klaus-Michael Kühne aus, der dem HSV aktuell vier Millionen Euro pro Saison zahlt, damit die Arena Volksparkstadion heißt. "Es gibt noch offene Fragen, aber eine Verständigung scheint möglich zu sein", sagte Kühne auf Abendblatt-Nachfrage. 


Auch in Zukunft will der 81-Jährige die Rothosen finanziell unterstützen. "Ich trete grundsätzlich dafür ein, dass sich die AG so viel Eigenkapital wie möglich beschafft, um ihre finanziellen Grundlagen zu stabilisieren und im Falle des Aufstiegs genügend Möglichkeiten besitzt, die Mannschaft zu verstärken. Dabei würde ich mich – gemeinsam mit anderen – gern engagieren", verriet Kühne.

Der Fananleihe fehlen noch 4,5 Millionen Euro


​Der Erfolg der Lizenzerteilung des HSV hängt zu einem Teil auch von einer (neuen) Fananleihe ab. 17,5 Millionen Euro muss der Klub einsammeln, um die alte Anleihe ablösen zu können. Noch fehlen 4,5 Millionen Euro. Der 4:0-Sieg am Wochenende gegen den FC St. Pauli kam in diesem Zusammenhang wie gerufen: Allen Anhängern, die noch in dieser Woche die Fananleihe in Form der Schmuckurkunden zeichnen, verspricht der HSV ein Derbyposter mit den Unterschriften der drei Torschützen. Die Frist läuft bis Freitag – der Tag der Abgabe der Lizenzunterlagen. Außerdem verkaufte der HSV 1887 Derbysieger-T-Shirts. 


Der DFL will der HSV glaubhaft machen, die Personalkosten im Sommer deutlich zu senken. Von Juli an bezahlt der Club nicht mehr vier, sondern im Aufstiegsfall nur noch einen Trainer. Des Weiteren bezieht man unerwartete Einnahmen aus dem DFB-Pokal und dem Länderspiel im September gegen die Niederlande.