Die Meldung des Tages am Montag: Zinedine Zidane übernimmt neun Monate nach seinem Abgang wiederum ​Real Madrid. So richtig hatte ihn wohl keiner auf dem Schirm als Nachfolger des unglücklichen Solari. Doch die Frage ist, warum ist der 46-Jährige so schnell bereit den Klub wieder zu übernehmen?


"Ich habe auf mein Herz gehört", erzählte Zinedine Zidane bei der Vorstellung bei seinem alten neuen Verein, 284 Tage nachdem er seinen Rücktritt vollzog. Doch als er ging, hatte er drei Champions-League-Titel in Folge geholt, wie möchte er die viel zu hohen Erwartungen erfüllen? Es wirkt, als könne der ehemalige Weltfußballer durch seine Rückkehr nur verlieren. Doch momentan hätte es vermutlich jeder Trainer schwer bei den Königlichen Fuß zu fassen, viel zu groß ist die Enttäuschung der Real-Anhänger über die verkorkste Saison, in der man früh aus dem Pokal und der Königsklasse geflogen ist und der Liga-Titel in weiter Ferne ist. Vermutlich ist es für Zidane noch am leichtesten, denn sein Kredit im Lager der Madrilenen ist riesig. Gefühlt hat der Franzose ewigen Rückhalt bei der Führung und den Fans. Die Auswahl auf dem Trainermarkt war mit Antonio Conte und Jose Mouhrinho nicht gerade unqualifiziert für den Job, dennoch wollte Madrids Präsident Florentino Perez Zidane zurück - er wird seine Gründe gehabt haben.


Doch im letzten dreiviertel Jahr hat sich bei Real einiges verändert. Zizou übernimmt ein komplett anderes Team als vor drei Jahren. Damals lief eine Mannschaft hoch erhobenen Hauptes durch Europa, in der Mitte als Fixpunkt war Cristiano Ronaldo. Nun aber fehlt der Superstar und der Kader scheint übersättigt und unzufrieden. Frische Spieler und ein neuer Wind müssen wieder neues Leben in die Mannschaft bringen. Eine Transferoffensive des Hauptstadtklubs liegt in der Luft. Namen wie Neymar, Mbappe, Eriksen, Hazard und Kane kursieren in der Gerüchteküche. 

Cristiano Ronaldo

Geht mittlerweile in Turin auf Torejagd: Cristiano Ronaldo


Wer vermutlich – bekräftigt durch Zidanes Rückkehr – ​im kommenden Sommer den Verein verlassen wird, ist Gareth Bale. Der Waliser hatte schon in den vergangenen Jahren kein gutes Standing unter dem Weltmeister von 1998. Sein Verbleib soll auch einer der Gründe von Zidanes Abgang gewesen sein. Auch Weltfußballer Luka Modric soll Gerüchten zufolge auf dem Abstellgleis stehen, da er mit seinen 33 Jahren kein Mann für die Zukunft ist. 


Doch der Coach hat nun erst einmal die Aufgabe die Saison würdevoll zu Ende zu bringen, in dieser Zeit kann er sich Gedanken über die weitere Kaderplanung machen. Die Real-Bosse werden ihm relativ viel Freiraum auf dem Transfermarkt zugesichert haben, damit er den Kader seiner Wahl formen kann, vermutlich ein Grund für seinen erneuten Dienstantritt bei den Königlichen.


Die Frage ist nur, ob Real wirklich bereit ist wieder einer Transferoffensive á la 2009 zu starten beziehungsweise wie es Manchester City und Paris Saint-Germain heutzutage vormachen oder ob sie weiterhin die Schiene der letzten Jahre fahren, um eine halbwegs homogene Truppe zusammenzustellen und diese mit ein bis zwei Hochkarätern aufzufüllen.

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Ist ihre Zeit in Madrid bald abgelaufen? Luka Modric und Gareth Bale


Egal wie er es angeht, Zidane genießt großes Vertrauen, hat viel Zeit die Mannschaft nach seinen Vorstellungen umzukrempeln, das Gehalt mit dem er gelockt wurde, wird auch nicht das schlechteste sein und seine komplette Familie lebt nach wie vor in Madrid und ist in Teilen noch im Verein aktiv. Es sprechen nicht wenige Argumente für einen neuen Antritt bei den Königlichen und wenn am Ende wirklich sein Herz ihm noch dazu rät, dann stellt sich die Frage: warum nicht?