Gegen die meisten Erwartungen konnte Juventus Turin im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales die 2:0-Niederlage gegen Atletico Madrid aus dem Hinspiel wettmachen. Hauptprotagonist des Abends war wieder mal Cristiano Ronaldo, der die Rojiblancos im Alleingang erledigte.


"Deshalb hat Juve mich unter Vertrag genommen und ich habe versucht, mein Bestes zu geben", erzähle Ronaldo, nachdem er mit seinem achten Hattrick in der Champions League den Viertelfinaleinzug der alten Dame besiegelt hatte. "Es war ein sehr schwieriges Team, gegen das es zu spielen galt, aber wir haben gezeigt, dass wir auch ein sehr großes Team sind. Wir dürfen stolz auf uns sein und sind auf dem richtigen Weg", kommentierte der mehrfache Weltfußballer das Spiel. 


Doch höchstens in den ersten 25 Minuten war die Defensive der Madrilenen schwierig zu knacken. Zwar konnte Juve in der 4. Minute ein Tor erzielen, das aber wegen Torwartbehinderung aberkannt wurde. So dauerte es bis zur 27. Minute, bis Cristiano Ronaldo mit einem Kopfball zum 1:0 für Turin traf.

Kurz nach der Halbzeit traf der Superstar auch noch zum 2:0. Als alles nach Verlängerung aussah, pfiff der Schiedsrichter einen Elfmeter nach einem klaren Foul von Gimenez an Federico Bernardeschi. Eiskalt verwandelte Ronaldo den Elfmeter und krönte damit den Kraftakt des gesamten Teams. "Cristiano Ronaldo ist ein großartiger Spieler. Wir wissen, dass er immer den Unterschied machen kann", schwärmte der verbitterte Griezmann nach der Partie. 


Doch im Endeffekt hatte CR7 auch leichteres Spiel als gedacht, denn Atletico setzte sich kaum zur Gegenwehr. In jeder Statistik war Juventus überlegen, die Madrilenen gaben insgesamt null Schüsse aufs Tor ab. Griezmann sucht die Schuld bei sich: "Ja, wir sind enttäuscht. Vielleicht hätte ich mehr ins Spiel kommen sollen, mehr Ballkontakte suchen... Ich fühle mich ein wenig schuldig."

​​Das Netz feiert natürlich den 34-jährigen Portugiesen und für Atletico gibt es nur Spott und Häme. Ex-Ronaldo-Mitspieler Mesut Özil äußerte sich nach dem Spiel auf Twitter und schrieb "großartige Cristiano-Show" als Kommentar zu dem verrückten Spiel.

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Auch die Presse redet von einem "Ronaldo-Wunder" (Bild). "Ronaldos heroischer Hattrick bringt Juve ins Viertelfinale" (Sun) heißt es weiter, sowie "Cristiano verschlingt Atlético" (As) oder "Cristiano Ronaldo eliminiert Atlético Madrid ein weiteres Mal." 

Denn einmal mehr ist der Europameister von 2016, wie schon in den Champions-League-Finals von 2014 und 2016, Atleticos Endgegner. Im Halbfinale 2017 erzielte CR7 bereits einen Hattrick gegen die Rojiblancos, der zum Ausscheiden des Teams von Diego Simeone führte.


​​Tops & Flops


Top: Cristiano Ronaldo

Ronaldo führt nun in nahezu jeder nennenswerten Statistik der Champions League. Der Wettbewerb liegt dem Portugiesen wie keinem anderen. Nicht einmal Lionel Messi kann CR7 in der Königsklasse das Wasser reichen.

Top: Emre Can 

Der deutsche Nationalspieler Emre Can durfte an diesem besonderen Abend sein erstes Champions-League-Spiel von Beginn an für Juve bestreiten. Laut Coach Allegri hätte der Deutsch-Türke "sein bestes Spiel im Juve-Trikot gemacht". Fast jeder Angriff der Rojiblancos endete bei ihm und er schaffte den Wechsel zwischen dem zentralen Mittelfeld und der rechten Verteidigerposition hervorragend.


Flop: Atleticos Offensive

Mit null Torschüssen bei 39% Ballbesitz kann man keine Ambitionen auf das Viertelfinale der Champions League haben. 


Flop: Diego Simeone 

Im Hinspiel polarisierte der Atletico-Trainer mit einer Geste Richtung Publikum, mit der er zeigen wollte, dass die Madrilenen "Cojones" haben. Diesen Move kopierte Matchwinner Ronaldo provokant nach dem Rückspiel.

Hinzu behauptete der Coach, er würde Wassermelonen in den Straßen Madrids verkaufen, wenn Atletico den Sieg noch hergibt. Ob er dieses Versprechen einhalten wird? Vermutlich waren es nur leere Worte.