Bayern-Boss Uli Hoeneß will am Rande des ​Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Liverpool ein Vieraugengespräch mit Bundestrainer Joachim Löw führen. Eine öffentliche Stellungnahme zur Ausbotung der Nationalspieler Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller wird es erst in der Länderspielpause geben. Das kündigte Hoeneß an.


Beim Politiker-Derblecken am Nockherberg 2019 in München wurde Bayern-Präsident Uli Hoeneß gefragt, ob er Bundestrainer Jogi Löw am Mittwoch auch "ordentlich derblecken werde". "Nach dem Liverpool-Spiel werde ich ihm meine Meinung zu dem Thema sagen. Wenn es mir gelingen sollte, mit ihm am Mittwoch unter vier Augen zu sprechen, wäre mir das am liebsten", sagte Hoeneß dem Bayerischen Rundfunk.


​​Am Dienstag war bekannt geworden, dass Löw das Champions-League-Spiel der Münchner gegen den FC Liverpool besuchen wird. Nachdem er Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller informiert hatte, sie künftig nicht mehr für die Nationalmannschaft zu nominieren, besuchte er am vergangenen Wochenende lieber das Spiel in Freiburg gegen die Hertha. Der Bundestrainer steht für seine Entscheidung scharf in der Kritik. 


Auch Jürgen Klopp äußerte sich auf der PK vor dem Achtelfinal-Rückspiel: "Dass sie gar nicht mehr in der Auswahl sind, habe ich nicht verstanden. Das muss mir mal jemand erklären", so der Reds-Coach.


Löws Alleingang


Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ​sollen Löws Handlungen nicht mit DFB-Präsident Reinhard Grindel abgestimmt gewesen sein. In DFB-Kreisen wurde angeblich die Frage aufgeworfen, ob der Bundestainer seine Kompetenz überschritten habe. 


Am kommenden Freitag will Löw bei der Kader-Bekanntgabe für die nächsten beiden Länderspiele seine Entscheidung öffentlich erläutern.