​Die ​Ausbootung von Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller kam anscheinend nicht nur für die Fans und Spieler überraschend. Nachforschungen der FAZ ergaben, dass auch DFB-Präsident Reinhard Grindel zunächst nicht über die Maßnahmen informiert wurde.


In der vergangenen Woche hatte der DFB ein Statement veröffentlicht, in welchem von Joachim Löw, Oliver Bierhoff und Reinhard Grindel die Ausbootung dreier Weltmeister bekannt gegeben wurde. Nicht nur die Aussortierung selbst, sondern auch die Art und Weise der Kommunikation und Bekanntgabe sorgten in den letzten Tagen für viel Gesprächsstoff. 


Nach Angaben von Thomas Müller soll Joachim Löw ihn erst kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe über die Situation informiert haben. So soll es auch bei Grindel geschehen sein. Löw habe den DFB-Präsidenten erst eingeweiht, als die Entscheidung schon gefallen sei. Diese fehlende Kommunikation zwischen Trainer, Spielern und DFB-Vorstand werfen einige Fragen auf. Es sieht nach einem ​Alleingang Löws aus.


Nach der verkorksten WM wurde in Deutschland lautstark ein Umbruch gefordert. Neue und junge Spieler sollen mehr Chancen bekommen und die Nationalmannschaft wieder zu alter Stärke führen. Die Ausbootung von Müller, Hummels und Boateng erfüllt zwar diese Forderungen, doch die Rahmenbedingungen sind alles andere als sensibel gewesen.


Es wirkt so, als hätte Löw jetzt den Fans einen Gefallen getan und einige ältere "ausgediente" Spieler aussortiert. Doch dies tat er mit fehlender Wertschätzung der Spieler. Er hatte die Spieler offenbar nur kurz über seine Entscheidung informiert, anstatt mit ihnen darüber zu reden und die Entscheidung ausführlich zu begründen. Schon vor der WM hatte Löw mit Leroy Sane oder auch Mesut Özil sehr fragwürdige Personalentscheidungen getroffen.