​Nach dem ​Rücktritt von Kölns Präsident Werner Spinner in der vergangenen Woche äußerte sich nun Armin Veh in der TV-Sendung "100 % Bundesliga - Fußball bei Nitro" zu dem Betriebsklima im Verein. 


Armin Veh ist seit Dezember 2017 Geschäftsführer beim aktuellen Zweitligisten​ 1. FC Köln. Er erlebte somit den Abstieg aus der vergangenen Saison mit und arbeitet derzeit mit dem Verein am Wiederaufstieg. Die Kölner sind momentan mit einem Punkt vor dem Hamburger SV Tabellenführer und steuern auf die Rückkehr ins Oberhaus zu.


So gut allerdings auch die sportlichen Leistungen des Vereins derzeit sind, so schlecht seien laut Armin Veh die Vereinsinternen Verhältnisse. Im Interview erklärte er, dass es oft wenig Absprache über wichtige Dinge gebe und viele Informationen ungefragt nach außen kommuniziert würden. „Das schadet dem Klub. Wenn sich das nicht ändern sollte, wird es schwierig mit mir," fügte er hinzu. Sein aktueller Vertrag läuft bis zum Sommer 2020, doch wie es scheint könnte Vehs Amtszeit früher als geplant zu Ende gehen.


Zudem beklagt er einen enormen Vertrauensverlust: „Wenn man in einem Verein eng zusammenarbeitet, da ist Vertrauen ganz wichtig". Doch dieses benötigte Vertrauen scheint der 58-jährige derzeit nicht zu bekommen. Oftmals habe sich die Vereinsführung aufgrund von ungleichen Aussagen in der Öffentlichkeit angreifbar gemacht. So gab es in den letzten Jahren viel Unruhe im Verein.


Auch den Fans gefällt die derzeitige vereinpolitische Situation nicht. Immer wieder fordern sie mit Spruchbändern einen Rücktritt des Vorstands und Veränderungen in der Führungsebene. Diese Unruhen können auch ein Grund für den Abstieg in der vergangenen Saison gewesen sein. Man hatte in der Vorsaison überraschend die Qualifikation für die Europa League geschafft. Daraufhin herrschte Zufriedenheit und eine gewisse Stagnation im Verein. Und so wurde man durch fehlende sportliche Leistungen sehr früh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

RB Leipzig v 1. FC Koeln - Bundesliga

Werner Spinner ist von seinem Präsidentenamt zurückgetreten


Auch Armin Veh sieht in der aktuellen Situation Probleme für die sportliche Zukunft des Vereins. "Ich habe eine Allergie auf Intrigen. Das ist etwas, was absolut nicht dienlich ist und dem Ganzen schadet. Nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft," verschärfte Veh seine Aussagen. Es funktioniere nicht auf Dauer wenn jeder versucht seinen eigenen Willen durchzusetzen. Grade um einen Verein wieder aufzubauen, müssten alle an einem Strang ziehen.  


Zwar scheint der Aufstieg derzeit nur noch Formsache zu sein, doch die nächsten Jahre werden dafür umso schwerer. Es muss das Ziel des Effzeh sein, sich für längere Zeit in der Bundesliga zu etablieren und nicht zu einer Fahrtstuhlmannschaft zu avancieren. Der Kader ist momentan für einen Zweitliga Verein sehr gut aufgestellt, doch in der Bundesliga wird der Klassenerhalt kein Selbstläufer.


Für den zurückgetretenen Werner Spinner rückt Stefan Müller-Römer in den Vorstand. Derzeit ist jedoch noch unklar ob er als Interimspräsident oder gleichberechtigt mit Toni Schumacher und Markus Ritterbach gilt. Im Sommer wird sich im Vorstand des Vereins wohl einiges ändern müssen, um auch auf sportlicher Ebene den Erfolg beizubehalten.