Der Chemnitzer FC um den früheren Kapitän von RB Leipzig, Daniel Frahn, sorgte beim jüngsten Heimspiel in der Regionalliga Ost gegen VSG Altglienicke für Aufruhr: Nach der Trauerbekundung um den verstorbenen Neonazi Thomas Haller hielt Frahn bei seinem Torjubel ein T-Shirt hoch, dessen Aufschrift ebenfalls mit der rechten Szene verankert ist.


Wie der ​MDR berichtet, habe Haller in den 1990er-Jahren die Vereinigung "Hooligans-Nazis-Rassisten" (kurz: HooNaRa) gegründet. Diese sei nach langjährigen Beobachtungen des sächsischen Verfassungsschutzes 2007 aufgelöst worden, doch zudem war seine Sicherheitsfirma bis 2007 für die Sicherheit im Stadion an der Gellertstraße zuständig, ehe der Vertrag aufgrund von "vereinsschädigender Äußerungen" aufgelöst worden sei. 


Haller war eng mit dem Chemnitzer FC verbunden, weshalb der Verein nach dessen Tod am gestrigen Samstag vor dem Anpfiff seine Trauer bekundete. So soll der Stadionsprecher unter anderem erklärt haben, dass der CFC Hallers "Lebensinhalt" gewesen sei. "Er war ein Anhänger mit Leidenschaft für unseren Verein."


Aufgrund der Verbindung Hallers mit der rechten Szene wurden die Verantwortlichen dafür scharf kritisiert, woraufhin der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Uhlig seinen Rücktritt verkündete. Dadurch wolle er weitere Schäden verhindern, wie der 46-Jährige erklärte.


Der Klub verteidigte indes in einer Stellungnahme auf der vereinseigenen Website die Trauerbekundung und beteuerte, um Haller unabhängig von seinen politischen Aktivitäten getrauert zu haben. Es sei "ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen. [...] Das Bedürfnis der Menschen nach gemeinsamer Trauer gilt es für uns zu respektieren. In diesem Kontext hat der Stadionsprecher den Hinterbliebenen das Beileid ausgesprochen." 


Neonazistisches T-Shirt: Weiterer Skandal um Frahn


Doch während der Partie sorgte Daniel Frahn für einen weiteren Aufreger: Nach seinem Tor hielt er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local hools" hoch. Dieses werde immer wieder mit der neonazistischen Szene in Verbindung gebracht, woraufhin der 31-Jährige vom Verein mit einer Geldstrafe sanktioniert wurde.

"Dass ein Spieler während eines Spiels Botschaften, egal welcher Art, verbreitet und diese nicht vorher mit den Verantwortlichen des CFC bespricht, ist für uns nicht hinnehmbar", erklärte Sportvorstand Thomas Sobotzik. 


Frahn habe sich mittlerweile für diese Geste entschuldigt, die Hintergründe dieses Shirts seien ihm nicht bekannt gewesen. "Es tut mir leid, dass ich dem Verein Schaden zugefügt habe", so der Angreifer, der "weit davon entfernt" sei, Hallers politisches Gedankengut zu teilen. Stattdessen habe er lediglich "dem Wunsch unserer Fans nach gemeinsamen Gedenken an die Hinterbliebenen des Verstorbenen" entsprechen wollen.