Erstmals in dieser Saison begann Arne Maier nicht in der Startformation von Hertha BSC. Beim Auswärtsspiel gegen den ​SC Freiburg musste das Eigengewächs zunächst auf der Bank Platz nehmen und wurde erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Neben taktischen Gründen wollte Pal Dardai diese Entscheidung trotz guter Leistung auch als kleinen Warnschuss sehen. 


Der Ungar weiß um die Qualitäten des 20-Jährigen, der bereits 40 Bundesligaspiele für die Alte Dame absolvierte und nach dem Durchbruch in der abgelaufenen Saison nun Stammspieler bei seinem Jugendverein, für den er seit 2008 spielt, ist. Doch wie er nach der Partie erklärte, befürchtet er umso mehr einen Leistungsabfall von Maier, der in der Vorwoche gegen Mainz 05 nicht überzeugt habe.


"Vielleicht hat er seinen Stammplatz auch für zu sicher gehalten, da musste ich ein Zeichen setzen", so Dardai, der sich auch um die menschliche Ausbildung seiner Schützlinge kümmern wolle. "Arne Maier hat nicht von Anfang an gespielt, weil sein Zweikampfverhalten gegen Mainz nicht in Ordnung war und ich gegen Freiburg Balleroberungen brauchte."

Pal Dardai

Hertha-Trainer Pal Dardai verzichtete aus verschiedenen Gründen auf Arne Maier - hat sich der Ungar im Vorfeld der Partie verschätzt?


Im ursprünglichen Matchplan gegen die Freiburger wollte die Hertha hoch stehen und "ein aggressives Angriffpressing ausüben", weshalb sich der Trainer für den zweikampfstärkeren Fabian Lustenberger an der Seite von Marko Grujic entschied. Im Laufe der Partie hätte Maier wiederum als "spielbestimmender Ersatzspieler" hereinkommen sollen, doch aufgrund des Rückstandes sah sich Dardai während der Halbzeit gezwungen, einige Änderungen vorzunehmen.


"Diesen Arne Maier brauche ich"


"Der Plan war, dass wir herkommen und nicht schönen Fußball zeigen, sondern mit einem Standardtor gewinnen. [...] Dann gehen wir nach einem individuellen Fehler mit einem Rückstand in die Halbzeit. Dann haben wir vieles umgestellt. Durch die Umstellungen und die Spielweise haben wir einen sehr guten Ballbesitz gezeigt, ein wunderschönes Tor gemacht und viele Standardmöglichkeiten gehabt", erklärte er auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Ob die Berliner hätten gewinnen können, wenn die Mannschaft mit Maier in der Startelf bereits von Anfang an so gespielt hätte wie in Durchgang zwei, spielte für Dardai eine eher untergeordnete Rolle. "Das ist gut für sein Verhalten, um konzentrierter mit der Sache umzugehen", so der 42-Jährige, der mit Maiers gestriger Leistung zufrieden war: "Er hat ein tolles Spiel gemacht, richtig gut, ohne Fehler. Diesen Arne Maier brauche ich."