Der Ruf des "Aufbaugegners" trifft wohl auf keine Mannschaft so gut wie auf den SV Werder Bremen zu. Wie Samariter der Liga verteilen sie ihre Punkte an Bedürftige wie Nürnberg oder Stuttgart und da Punkte allein nichts bringen, verstecken die Bremer sich auch und lassen das Spiel meist an sich vorüberziehen, sodass der Gegner psychisch gestärkt in die nächsten Aufgaben ziehen kann. 


Einen Lichtblick gibt es jedoch. Das Spiel gegen den FC Augsburg wollte man sich nicht nehmen lassen und man zeigte über weite Strecken eine überzeugende Leistung, bei der entweder Pavlenkas überragende Reflexe oder das Glück alles Weitere verhindern konnten. Dazu eine konsequente Offensive - und schon waren da vier Tore und drei Punkte! Nun den Ruf des Aufbaugegners abgestoßen, hefteten sie ihn nach der Jubiläumswoche gegen den VfB Stuttgart wieder an und fanden wenig Mittel gegen schlaue Schwaben. 


Das Team scheint sich schwer zu tun, die aktiv-gestaltende Mannschaft im Spiel zu sein. Das ist seit dieser Saison jedoch fast in jedem Spiel ihr Job und dabei wirkt die ​Bremer Mannschaft meist noch etwas unsicher und ideenlos. Auch der Mut zum Risiko fehlt oftmals bei den jungen Bremern. Es fehlt diese alles-oder-nichts-Einstellung, die sie im Pokal immer wieder beflügelt. 

Auch in Duellen mit Mannschaften auf Augenhöhe, wie zuletzt dem VfL Wolfsburg, hatten die Werderaner erst sehr spät angefangen, Fußball zu spielen - die Frage, die jedem Fan auf der Zunge brannte, war: 


"Warum zeigt ihr solchen Fußball nicht über die komplette Spieldauer?"


Mit Schalke kommt nun ein vermeintlich (form)schwacher Gegner ins Weserstadion, der sich in ähnlichen Gefilden tummelt wie die oben genannt "bedürftigen" Teams. Hier wird sich zeigen, ob diese junge Bremer Mannschaft aus den Spielen gelernt hat, da es nicht immer um das Drumherum geht, sondern einzig und allein um das Spiel. Die Leistung muss konstanter werden, denn egal ob zur Jubiläumswoche oder an einem DfB-Pokal-Abend oder zu einem normalen Bundesligaspiel - brennen soll die Hütte immer!