​Borussia Mönchengladbach zeigte zuletzt keine guten Leistungen in der Bundesliga und droht die Champions League noch zu verspielen. Um am kommenden Spieltag die Wende zu schaffen, könnten personelle Veränderungen in der Mannschaft helfen.


Vier Spiele hat Borussia Mönchengladbach nicht mehr gewonnen und dabei ein besorgniserregendes Torverhältnis von 2:12 vorzuweisen. Stimmte zuvor trotz der klaren Heimniederlagen gegen ​Hertha BSC und den ​VfL Wolfsburg zumindest noch die Leistung, wurden die Gladbacher vom ​FC Bayern zeitweise komplett in Grund und Boden gespielt und hätten deutlich höher verlieren können, oder vielleicht sogar müssen, als 1:5. 


"Wir müssen wieder gemeinschaftlich besser verteidigen, und jeder muss wieder den Meter mehr machen, den er zuletzt vielleicht weggelassen hat", forderte Trainer Dieter Hecking auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beim ​FSV Mainz am kommenden Samstag. Auswärts sind die Fohlen in diesem Jahr noch ungeschlagen und es wäre wichtig, diese Serie weiter aufrecht zu erhalten, ansonsten könnte die Borussia nach langer Zeit erstmals wieder aus den Champions-League-Rängen rutschen. 

Es wird zum einen, wie von Hecking angesprochen, um gewisse Grundtugenden gehen, damit in Mainz wieder ein Sieg gelingt. Dazu braucht es das nötige Quäntchen Glück, das zuletzt häufig fehlte. Abgesehen davon sollte es nach dem teilweise desolaten Auftritt gegen den FC Bayern auch personelle Änderungen geben. Zu einer wird Hecking möglicherweise gezwungen: Matthias Ginter ist nach wie vor angeschlagen und droht am Wochenende auszufallen, als dessen Vertreter stünde Tony Jantschke bereit.


Darüber hinaus ist aber wohl auch ein Wechsel auf der rechten Abwehrseite angebracht. Michael Lang läuft seiner sehr guten Form aus der Hinrunde hinterher und wurde schon in Frankfurt und gegen Wolfsburg von Fabian Johnson verdrängt. Gegen die Bayern kehrte der Schweizer dann ins Team zurück und zeigte keine gute Partie, nach einem weiteren haarsträubenden Ballverlust beorderte Dieter Hecking in der 76. Minute schließlich Johnson zur Bank und wechselte. Der US-Amerikaner dürfte auch in Mainz die bessere Wahl sein - sofern er fit ist.


Im defensiven Mittelfeld könnte Gladbachs Trainer im nächsten Spiel wieder auf Tobias Strobl setzen. Lange Zeit hatte er ohnehin die Nase vor Christoph Kramer, doch nach einem eher mäßigen Auftritt gegen die Berliner Hertha fand sich Strobl in den vergangenen drei Partien auf der Bank wieder. Kramer spielte gut, hatte gegen die Münchener aber ebenfalls einen eher gebrauchten Arbeitstag. Strobl zeichnete sich in dieser Saison bisher als Stabilisator aus und als derjenige, der die Balance zwischen Offensive und Defensive voll im Griff hat. Das braucht die Borussia jetzt.

Tobias Strobl

Kann Tobias Strobl Gladbachs Defensive wieder stabilisieren?



Was sie ebenfalls dringend benötigt, sind Tore. Die gab es in der Rückrunde von den Stürmern bisher kaum: Thorgan Hazard traf 2019 noch überhaupt nicht, Lars Stindl und Alassane Plea erst je ein Mal. Während Hazard im Offensivspiel dennoch elementar ist und Stindl zuletzt gegen die Bayern seine Torflaute beendete, steckt Plea derzeit komplett in der Krise. Die meisten Angriffe gehen völlig am Franzosen vorbei, seit dem 18. Spieltag hat er nicht mehr getroffen. Die Tore aus dem Nichts, die ihn in der Hinrunde noch auszeichneten und Gladbach mehrmals auf die Siegerstraße brachten, fehlen derzeit.


Was also tun mit dem 25-Jährigen? In den beiden Partien vor dem Bayern-Spiel saß er schon auf der Bank, mit Raffael ist zudem jetzt eine weitere Offensivalternative vorhanden. Hecking hat hier viele Variationsmöglichkeiten, Lars Stindl könnte beispielsweise auch ins Mittelfeld rücken, Plea in die Mitte und Herrmann auf den Flügel. Doch der Krise zum Trotz: Der Angriff mit Plea, Stindl und Hazard ist nach wie vor der beste, den die Fohlen zu bieten haben. In dieser Konstellation gab es einige Siege und Plea-Tore. Momentan sollte sie vielleicht nicht angefasst werden. Zumindest noch nicht.


Ein paar kleine Änderungen in der Defensive können dabei helfen, die nötige Stabilität und die generelle Balance im Team wiederzufinden. Der Angriff spielte trotz der Schwächephase überwiegend gut, hier muss wahrscheinlich einfach wieder der Knoten platzen. Passiert dies nicht, hat Hecking mit Raffael wieder eine echte Waffe auf der Bank. So könnte es am Samstag in Mainz wieder zu drei Punkten reichen.