Timo Baumgartl vom ​VfB Stuttgart ist gerade mal 23 Jahre alt, musste aber in den letzten anderthalb Jahren dreimal eine Gehirnerschütterung in Kauf nehmen. Um weiteren Langzeitschäden vorzubeugen, denkt der junge Innenverteidiger der Schwaben nun darüber nach, sich im Spiel generell einen Helm aufzuziehen.


Dass der Fußball immer körperbetonter wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Doch seit geraumer Zeit nehmen auch die Kopfverletzungen immer mehr zu, was bei einem Sport, der vermehrt mit den Füßen betrieben wird, eigentlich nicht im Sinne des Erfinders ist. So gibt es bereits einige Spieler in Europa, die sich mit einem speziellen Helm schützen. Petr Cech in der ​Premier League machte die Kopfbedeckung nach einem Schädelbasisbruch zu seinem Markenzeichen, in Deutschland ist Klaus Gjasula vom SC Paderborn der prominenteste Spieler, der regelmäßig mit einem solchen Schutz aufläuft.


Nach drei Gehirnerschütterungen in anderthalb Jahren denkt auch Stuttgarts Timo Baumgartl inzwischen über einen solchen Helm nach. Der Stuttgarter Zeitung erklärte er am Dienstagnachmittag auf Nachfrage: „Ein kaputtes Knie kann man irgendwann ersetzen. Eine Hüfte auch. Beim Gehirn wird es schwierig.“ Seit dem 27. Januar verpasste der Abwehrspieler aufgrund einer zuletzt erlittenen Gehirnerschütterung mit einem leichten Schleudertrauma insgesamt sechs Spiele.


So habe er sich „tatsächlich schon damit beschäftigt“, einen Kopfschutz zu tragen. „Ob ein Helm was bringt, ist die andere Frage.“ Dennoch ist er nicht der Erste, dessen Bewusstsein in diese Richtung geschärft zu sein scheint. Die beiden Gladbacher Akteure Christoph Kramer und Matthias Ginter sind ebenfalls immer wieder mit Verletzungen am Kopf gebeutelt, Brüche an Jochbein und Augenhöhle nehmen in der Liga vermehrt zu. Es dürfte daher nicht überraschen, sollten in Zukunft mehrere Spieler einen Kopfschutz bei Bundesligapartien tragen.