Es war die Nachricht zum Wochenbeginn. Bundestrainer Joachim Löw leitet die ​Kaderverjüngung des Nationalteams ein und bringt dafür die ersten Opfer. Nach Sami Khedira eröffnete er nun den Weltmeistern Mats Hummels Jerome Boateng und Thomas Müller, dass er nicht mehr mit den drei ​Bayern-Spielern planen werde.


Auch für die drei Aussortierten kam die Nachricht unerwartet. Wie Sport1 berichtet, stattete der Bundestrainer den Bayern am Dienstagvormittag einen unvorbereiteten Besuch an der Säbener Straße ab und nahm sich das Trio jeweils zu einem Einzelgespräch zur Seite. Bei Mats Hummels sollen sogar knapp zehn Minuten gereicht haben, danach schüttelten sich beide Parteien die Hand und gingen von dannen. 


Dass der Stachel bei den Weltmeistern tief sitzt, darauf lässt das ​Statement von Jerome Boateng schließen: "Ich war immer extrem stolz, das Trikot der Nationalmannschaft tragen zu dürfen und werde vor allem den Sommer 2014 nie vergessen. Dennoch hätte ich mir natürlich einen anderen Abschied für uns gewünscht", schrieb Jerome Boateng in den sozialen Netzwerken.

Löw begründete seine Entscheidung im Nachhinein auch öffentlich. "2019 ist für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das Jahr des Neubeginns. Es war mir ein wichtiges Anliegen, den Spielern und Verantwortlichen des FC Bayern meine Überlegungen und Planungen persönlich zu erläutern", sagte Löw über die Ausbootung. Zwar sei der Bundestrainer den Spielern über alle Maßen dankbar für die erfolgreichen Jahre, dennoch müsse man jetzt "die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wir wollen der Mannschaft ein neues Gesicht geben. Ich bin überzeugt, dass das nun der richtige Schritt ist."


Der Zeitpunkt, den Löw gewählt hat, knapp ein Jahr nach der verpatzten Weltmeisterschaft, überraschte viele Beobachter. Allen voran aber wohl die Spieler selbst - die völlig unvorbereitet gewesen sein sollen. Mats Hummels brauchte offensichtlich Aufmunterung - wie er auf seiner Instagram-Story schrieb.











Rückkehr ausgeschlossen - Neuer und Kroos die Nächsten?


Für die drei Bayern-Stars scheint es wohl keine Chance auf ein Comeback im DFB-Team zu geben. Die Wortwahl von Löw, mit der er den Spielern den Ausschluss aus der Nationalmannschaft mitteilte, scheinen sehr endgültig gewesen zu sein. 


In der Konsequenz des Umbruchs müssten auch Kroos und Neuer um ihre Plätze in der DFB-Auswahl bangen. Auch wenn Kroos einer der erfolgreichsten Spieler in Löws Team ist, gibt es einige begabte Alternativen. Kai Havertz, Leon Goretzka, Julian Brandt, Joshua Kimmich, Ilkay Gündogan und Julian Draxler sind alles Profis, die ebenfalls die Position im zentralen Mittelfeld bekleiden können und aus den Junioren-Teams kommen weitere Talente nach.

Marc-Andre ter Stegen

Möchte endlich im deutschen Nationaltrikot die Nummer 1 sein: Marc-Andre ter Stegen


Manuel Neuer ist ebenfalls nicht mehr unumstritten im Nationalteam. "Ich habe letztes Jahr mal gesagt, dass momentan Manuel die Nummer eins ist, er ist ja auch Kapitän, aber in diesem Jahr haben wir sowas wie einen Neubeginn mit der Qualifikation. Da wird auch der Marc seine Chancen bekommen", äußerte sich Löw zur Causa Neuer vor Kurzem. Auch Marc-Andre Ter Stegen selbst zeigte sich in den letzten Wochen angriffslustiger denn je. "Ich möchte den Umbruch auch auf der Torwart-Position vollziehen. Ich möchte Druck machen", zeigte sich der Keeper des FC Barcelona beim Online-Streamingdienst DAZN selbstbewusst.