Joachim Loew

DFB-Team: Diese Stars muss Jogi Löw als nächstes aussortieren

Mesut Özil verkündete nach der Weltmeisterschaft 2018 und dem blamablen Ausscheiden in der Gruppenphase seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, Sami Khedira wurde von Jogi Löw aussortiert - und dann passierte erst einmal lange nichts, obwohl viele Fans und Experten einen sofortigen Neustart in der DFB-Elf forderten. Die Nations League wurde mit einem Großteil des altbewährten Personals gespielt und in den Sand gesetzt. 


Zu Beginn des Länderspieljahres 2019 setzt der Bundestrainer den Umbruch nun aber fort: Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller werden nicht mehr nominiert. Damit hat Löw zwar einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht, es gibt aber noch weitere Spieler, auf die der 59-Jährige in Zukunft lieber verzichten sollte:

1. Manuel Neuer

Schon vor dem Beginn der WM in Russland forderten viele Fans die Ausbootung von Manuel Neuer, der beinahe die gesamte Saison 2017/18 verletzt verpasste. Doch Löw hielt an seinem Kapitän fest, nominierte ihn und stellte ihn auf - was im Nachhinein zumindest nicht nach hinten los ging, denn Neuer hatte von allen eingesetzten Spielern wohl den geringsten sportlichen Anteil am Vorrunden-Aus.


Mittlerweile ist der 32-Jährige wieder bei 100 % und spielt natürlich auch beim FC Bayern  wieder. Das Problem allerdings: Seine Leistungen sind längst nicht mehr so gut wie sie einmal waren. Neuer hält mittlerweile keine Unhaltbaren mehr, genauer gesagt: Er hält fast kaum noch, fast jeder zweite Schuss auf sein Tor in der Bundesliga ist drin. 56,6 % abgewehrte Torschüsse sind der klar schlechteste Wert unter Stammtorhütern, darunter liegt nur noch der inzwischen als Nummer 1 abgelöste Fabian Bredlow vom 1. FC Nürnberg. Neuer strahlt einfach nicht mehr diese Unüberwindbarkeit aus. 


Dazu ist der DFB in der luxuriösen Lage, mit Marc-Andre ter Stegen bereits einen Weltklasse-Torwart in seinen Reihen zu haben, der mit den Hufen scharrt. Der Keeper des FC Barcelona  zeigt Woche für Woche sensationelle Paraden und ist mittlerweile einfach besser als Neuer - frei nach Leistungsprinzip ist ein Wechsel hier Pflicht. Dass sich Neuer dann auf die Bank setzt, ist eher unwahrscheinlich, dementsprechend wäre ein klarer Schnitt das Beste.

2. Toni Kroos

Während der Weltmeisterschaft 2018 fiel Toni Kroos nicht besonders positiv auf. Klar, sein Siegtreffer gegen Schweden ist am ehesten in Erinnerung geblieben, aber im selben Spiel gab es eben auch zwei Negativbeispiele: Mit einem leichtsinnigen Fehlpass verschuldete er das 0:1, in einer anderen Szene warf er sich nach einem vermeintlichen Foulspiel auf den Ball und belagerte dann den Schiedsrichter, als der auf Handspiel von Kroos entschied. Es war einer dieser "Ich bin Weltmeister und spiele bei Real Madrid, natürlich pfeifst du das ab"-Momente, die die meisten Fußballfans absolut abstoßend finden.


In dieser Saison steckt der 29-Jährige mit seinem Klub ebenfalls in der Krise und wurde vor allem in den vergangenen Tagen mehrfach scharf kritisiert, allerdings hält sich dies nun schon seit Monaten. "Er hält den Spielrhythmus nicht mehr mit. Seine Luft reicht nur für eine Halbzeit", schrieb die Marca beispielsweise zu Beginn des Jahres. 


Kroos mag zwar in seiner Bestform ein Weltklasse-Spieler sein, doch davon ist er momentan einfach zu weit entfernt. Er ist auch kein Leader und somit keiner, der die anderen irgendwie mitnimmt. Er hat zwar definitiv das Potenzial, wieder zu alter Stärke zu finden und würde dem DFB-Team dann sicher auch mehr als nur helfen, doch das gilt auch für Boateng, Hummels oder Müller. Wenn Löw wirklich ernst macht, muss er auch über Kroos nachdenken.

3. Jonas Hector

Starke Außenverteidiger sind rar gesät, auch in Deutschland gibt es nicht besonders viele davon. Weltmeister wurde die DFB-Elf 2014 mit dem Etatmäßigen Innenverteidiger Benedikt Höwedes auf der linken Abwehrseite - mangels Alternativen. Nach der WM nominierte Jogi Löw dann Jonas Hector vom 1. FC Köln und der 28-Jährige war seit Anfang 2015 hinten links nahezu gesetzt.


Doch eines liegt auf der Hand: Hector spielt mittlerweile in der 2. Bundesliga und dort herrscht einfach nicht das nötige Niveau, um sich einen Platz in einer Nationalmannschaft mit diesen Ansprüchen, die die deutsche Auswahl nun einmal hat, zu verdienen. Zudem agiert der 42-malige Nationalspieler beim FC eher selten auf der linken Seite, die meiste Zeit spielt er im defensiven Mittelfeld.


Alternativen hat Löw: Nico Schulz war zuletzt schon häufiger dabei, ebenso wie Marvin Plattenhardt. Dazu kommt Philipp Max, den der Bundestrainer bisher unverständlicherweise völlig ignoriert hat. Diese Namen sind auch nicht gerade der Weltklasse zuzuschreiben, doch zumindest spielen sie Bundesliga und haben in dieser Saison teilweise sogar Champions League gespielt - sie sollten Hector definitiv vorgezogen werden.

4. Sebastian Rudy

Sebastian Rudy schien während der WM in Russland zu einem echten Gewinner zu werden, als er im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden plötzlich in der Startelf stand und das Team merklich stabilisierte. Leider verletzte er sich bereits nach einer halben Stunde und so war das Turnier für ihn bereits schnell beendet.


Seit seinem Wechsel zum FC Schalke 04 zeigt nun die Formkurve extrem nach unten - wenn Rudy denn überhaupt mal spielen darf. Der 29-Jährige mag Löw auch aufgrund seiner Vielseitigkeit gefallen, doch es gibt derzeit keinen plausiblen Grund, ihn zu nominieren. Es muss viel passieren, damit Rudy perspektivisch eine Option für die EM 2020 wird.

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