​Rein sportlich steht der ​1. FC Köln als Tabellenführer der zweiten Liga gut da und befindet sich auf Kurs sofortiger Wiederaufstieg. Innerhalb des Traditionsvereins brodelt es dennoch gewaltig. So machte Geschäftsführer ​Armin Veh unlängst keinen Hehl daraus, dass das Vereinsklima empfindlich gestört ist. Ein Rücktritt ist für den erfahrene Funktionär dennoch keine Option.


Für die meisten Spannungen innerhalb des Zweitligisten soll das zerüttete Verhältnis zwischen Veh und Klub-Präsident ​Werner Spinner sorgen. Beide Alpha-Männer sind dem Vernehmen nach bereits seit Monaten in einen kräftezehrenden Machtkampf verwickelt. Nach dem 2:1-Erfolg der Geißböcke gegen den FC Ingolstadt, wagte sich der Geschäftsführer am Sonntag nun aus der Deckung und sprach offen über die Probleme innerhalb des Vereins.

RB Leipzig v 1. FC Koeln - Bundesliga

Werner Spinner funkt nur selten auf der gleichen Welle wie sein Geschäftsfüher


"Es gibt ein Problem innerhalb des Vereins. Wenn man einen Vertrauensverlust bei mir hat – und wenn der so ist, kann man den nicht reparieren. Irgendwann gibt‘s Konsequenzen", so der 58-Jährige. Nach Informationen des Express soll dieser Vorstoß des Kaderplaners im Vorfeld aber nicht mit den anderen Verantwortlichen abgesprochen worden sein. So mancher Beobachter vermutete daher, dass der Deutsche seinen Abgang aus Köln vorbereite.


Gegenüber der BILD machte der ehemalige Meistertrainer mit dem VfB Stuttgart nun jedoch unmissverständlich klar, dass ein Rücktritt für ihn selbst nicht in Frage komme. "Ich stehe hier in der Verantwortung. Dazu gehört aber auch, dass ich auf Missstände hinweise und auch mal gegen den Strom schwimme, wenn das nötig ist, um etwas zu ändern", so der Fußballfachmann.

SV Sandhausen v 1. FC Koeln - Second Bundesliga

Armin Veh will dem Effzeh ein neues Gesicht verleihen


Dabei betonte der gebürtige Augsburger, dass er im Sinne des Effzeh agiere, schließlich sei er "lange genug in diesem Geschäft um zu erkennen, wenn etwas schlecht läuft". Um die ambitionierten Ziele des Aufstiegsaspiranten zu erfüllen, sei es daher unabdingbar, "den Verein zu einer Einheit zu machen". Noch wartet man vergeblich auf eine Reaktion von Spinner. Nicht auszuschließen ist dabei, dass der 70-Jährige einen Autoritätsverlust befürchtet und in Erwägung zieht, selbst aktiv zu werden, in dem er Veh vor die Türe setzt.