​Der ​VfL Wolfsburg kam am Sonntagabend nicht über ein 1:1-Unentschieden gegen den SV Werder Bremen hinaus und rutschte somit auf den siebten Tabellenplatz ab. Unterm Strich spielen die Wölfe dennoch eine überzeugende Saison. Für Unruhen sorgte zuletzt aber das angespannte Verhältnis zwischen Geschäftsführer ​Jörg Schmadtke und Trainer ​​Bruno Labbadia. Der Funktionär versuchte nun die Wogen zu glätten.


Obwohl der Cheftrainer der Niedersachsen den einstigen Abstiegskandidaten in nur einem Jahr zu einem ernsthaften Kandidaten für die europäischen Plätze formte, könnte die Amtszeit des Fußballlehrers bereits bald ein Ende finden. Das aktuelle Arbeitspapier des 53-Jährigen läuft schließlich in diesem Sommer aus - bislang konnten die Vereinsführung und der Fußballfachmann noch keine Einigung hinsichtlich einer möglichen Vertragsverlängerung finden.


Ein großer Stolperstein in den Gesprächen soll dabei das zerrüttete Verhältnis der beiden Hauptverantwortlichen der sportlichen Ausrichtung sein. Anstatt diesen Gerüchten entschieden entgegenzutreten, hatte Schmadtke unlängst durch vielsagende Statements für noch mehr Unruhe gesorgt. 

Bruno Labbadia, Joerg Schmadtke

Bruno Labbadia und Jörg Schmadtke funken nicht auf einer Wellenlänge



So hatte der 54-Jährige gegenüber der BILD keinen Hehl daraus gemacht, dass die Chemie zwischen ihm und seinem Coach einfach nicht stimme. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit sei seiner Auffassung nach zwar dennoch möglich, wenig überraschend sorgten diese Aussagen aber für weitere Diskussionen.


Dies ist dem erfahrenen Funktionär selbstverständlich auch nicht verborgen geblieben und so versuchte er im Vorfeld der Partie gegen Bremen nun endlich die Wogen zu glätten. "Das tut mir leid, da hätte man anders handeln können. Wenn man sieht, welchen Aufschlag das genommen hat, hätte ich wohl besser irgendeinen Blödsinn erzählt", so der Kaderplaner. Nach einem Schulterschluss mit seinem Mitarbeiter hört sich dies aber wahrlich auch nicht an.

Joerg Schmadtke

Jörg Schmadtke nimmt kein Blatt vor den Mund



Zumal er danach erneut betonte, dass man kein freundschaftliches Verhältnis aufbauen müsse, um erfolgreich zu sein: "Manchmal hätte man das gern anders, aber dann leben wir eben doch wieder in der Welt der elf Freunde". Mit Labbadia sei er jedoch "bei den Sachthemen in einem guten Austausch" - am sportlichen Erfolg der Wolfsburger habe das Trainerteam einen großen Anteil.


Bei möglichen Vertragsgesprächen gelte es aber nun einmal das große Ganze im Auge zu behalten. So dürfe man nicht nur die aktuelle Situation beurteilen, sondern müsse vielmehr "die Zukunft besprechen". Gelänge es dabei nicht, die nötigen Schnittmengen zu finden, müsse man sich eingestehen, dass man getrennte Wege gehen muss.