Jurgen Klopp

Premier-League-Prognose: Die Top 6 in der Analyse

Die besten sechs Vereine der Premier League leben in einer Parallelwelt, das ist nicht erst in dieser Saison so. Die besten Sechs besitzen die besten Spieler, bekommen das meiste Geld und spielen regelmäßig in den internationalen Wettbewerben. Anderen Vereinen fällt es schwer in die Top-Riege einzudringen. Und die Schere zwischen den besten Sechs und dem Rest der Liga wird eher größer als kleiner. Dass andere Vereine als Manchester City, Manchester United , Arsenal, Chelsea, Tottenham und Liverpool zuletzt in diese Phalanx eindrangen, war vor drei Jahren. Leicester City wurde damals Meister, der FC Southampton landete auf Rang sechs. Spannung verspricht in dieser Saison allerdings die Frage, welche Vereine die vier Champions-League-Plätze besetzen und welche mit den Europa-League-Rängen Vorlieb nehmen müssen. 

1. Manchester City

Am gestrigen Samstag gewann Manchester City mit 1:0 bei Bournemouth. Während die Gastgeber offensiv überhaupt nicht stattfanden, nicht einmal einen Schuss (!) verzeichnen konnten und nur auf 18 Prozent (!) Ballbesitz kamen, dominierten die Skyblues die komplette Partie. Jedoch konnte das Team von Trainer Pep Guardiola seine 23 Schüsse nur in sieben Schüsse aufs Tor ummünzen, wovon nur einer (von Riyad Mahrez) letztlich im Kasten einschlug. Schon am letzten Mittwoch gegen West Ham United (1:0) fiel es Manchester City schwer, seine spielerische Überlegenheit in Tore zu verwandeln. 


Die Ergebnisse sprechen aktuell aber für die Skyblues. Zudem kann Guardiola auf die zweitbeste Defensive der Premier League vertrauen, die statistisch beste Offensive wird auch wieder in ihren Rhythmus finden. Wie es geht, zeigte die Mannschaft am 10. Februar beim 6:0 gegen den FC Chelsea. Da Liverpool erst heute Abend (17.15 Uhr) gegen den FC Everton spielt, liegt Manchester City vorerst auf Platz eins. Der Meisterschaftskampf ist völlig offen und wird sich zwischen Guardiola und Jürgen Klopp entscheiden. 

2. FC Liverpool

Für Ex-Profi Ruud Gullit ist der FC Liverpool nicht titelreif - und Schuld daran trägt nach Meinung des Niederländers auch Trainer Jürgen Klopp. "Sie spielen zu oft lange Bälle. Mit einem Stürmer wie Mo Salah ist das die falsche Taktik", sagte Gullit dem Mirror. Der Auftritt gegen Manchester United (0:0) vor einer Woche gibt dem Experten recht; Liverpool hatte zwar 65 Prozent Ballbesitz, konnte damit aber kaum etwas anfangen. Gegen Watford am Mittwoch zeigten die Reds aber die richtige Reaktion, sie gewannen 5:0 und sind zuhause seit 35 Spielen ungeschlagen. 


Sollte Liverpool gegen Everton gewinnen, würden sie wieder auf Platz eins klettern und Manchester City um einen Punkt distanzieren. Zeit für eine Ruhepause hat Liverpool also nicht. Die Abwehr um Chef Virgil van Dijk ist nach wie vor in Topform, gegen starke Gegner bekam die Mannschaft aber zuletzt Probleme in der Offensive, wie gegen Bayern München (0:0) und Manchester United. 

3. Tottenham Hotspur

Um nochmal in den Meisterschaftskampf einzugreifen, ist der Rückstand der Tottenham Hotspurs auf Manchester City und Liverpool zu groß: Die Nordlondoner liegen 10 Zähler hinter Manchester United. Nach dem 1:1 gegen den FC Arsenal am Samstag geht es für das Team von Mauricio Pochettino darum, die Champions-League-Plätze abzusichern. 


Dass es gegen Arsenal zu einem Remis reichte, lag auch an Torhüter Hugo Lloris. Der Weltmeister parierte in der Nachspielzeit den Strafstoß des zuvor Gefoulten Pierre-Emerick Aubameyang. Erst einmal trifft Tottenham am Dienstag auf Borussia Dortmund. Vor dem Rückspiel im Achtelfinale der UEFA Champions League ist die Ausgangslage klar: Tottenham kann sich eine Niederlage mit zwei Toren Unterschied leisten. 

4. Manchester United

Als Jose Mourinho Mitte Dezember entlassen wurde, kam das für die Spieler von Manchester United einer Erlösung gleich. Nachfolger Ole Gunnar Solskjaer scheint menschlich genau das Gegenteil des extravaganten Portugiesen zu sein. Anthony Martial und Marcus Rashford blühen unter dem Norweger auf. Und besonders Paul Pogba kam der Trainerwechsel zugute. 


Auch in taktischer Hinsicht hat die Mannschaft seitdem einen Schritt nach vorne gemacht, in vielen Spielen agiert sie offensiver, mutiger, angriffslustiger. Und auch Mittelstürmer Romelu Lukaku ist wieder in guter Form: Beim 3:2-Sieg am Samstag gegen den FC Southampton traf der Belgier doppelt - wie schon drei Tage zuvor gegen Crystal Palace. 

5. FC Arsenal

Das 1:1 gegen die Stadtrivalen Tottenham Hotspur fühlte sich für die Spieler des FC Arsenal eher wie eine Niederlage als ein Punktgewinn an. Pierre-Emerick Aubameyang hatte in der Nachspielzeit eine exzellente Gelegenheit vergeben, nämlich per Elfmeter doch noch den Sieg herzustellen. Doch der Gabuner schoss halblinks, nicht besonders hart und unpräzise. Weil Hugo Lloris die Ecke roch, hatte er wenig Mühe, den Schuss zu parieren.


Trotzdem besteht für den Fünftplatzierten Arsenal weiterhin die Chance, in der kommenden Saison in der Königsklasse zu spielen. Manchester United ist nur einen Punkt entfernt, Tottenham vier. Das große Ziel heißt Champions League, vor allem im Hinblick auf die letzten Jahre. In den letzten beiden Spielzeiten verpassten die Gunners jeweils die Top Vier. Der Faktor Abwehr ist jedoch nicht zu unterschätzen: Mit 39 Gegentoren bietet Arsenal die schlechteste Defensive der Top Sechs auf. Auch die Verletzung von Rechtsverteidiger Hector Bellerin (Kreuzbandriss) könnte im Laufe des Endspurts noch ins Gewicht fallen. 

6. FC Chelsea

Die Causa Kepa Arrizabalaga überstrahlte in der letzten Woche alle anderen Themen beim FC Chelsea. Vor einer Woche hatte Kepa die Auswechslung verweigert. Vor dem bevorstehenden Elfmeterschießen im Carabao-Cup-Endspiel gegen Manchester City sollte der 24-Jährige für Willy Caballero weichen, doch Kepa missachtete die Anweisung von Trainer Mauricio Sarri, was diesen sichtlich auf die Palme brachte. 


Aktuell verstrickt sich Chelsea in solche Nebenkriegsschauplätze, damit ist auch Sarri selbst gemeint, der seinen Spielern öffentlich immer wieder Mentalitätsprobleme vorwarf und so riskiert, die Kabine zu verlieren. Gegen Tottenham (2:0) gelang den Blues ein unerwarteter Befreiungsschlag. Damit sind die Chancen auf die Champions League immer noch intakt. 

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