​Eigentlich sollten alle Verantwortlichen des ​VfL Wolfsburg aktuell mit einem breiten Grinsen im Gesicht durch die Bundesliga stolzieren. Die Niedersachsen sind schließlich bis dato das Überraschungsteam der Saison. Zuletzt trübten jedoch Gerüchte um einen baldigen Abgang von Cheftrainer ​Bruno Labbadia die Stimmung. Aussagen von Geschäftsführer ​Jörg Schmadtke sorgten nun keineswegs für Erleichterung.


Rein sportlich ist das letzte Jahr der Wolfsburger eine einzige Erfolgsgeschichte. Maßgeblichen Anteil an dem Aufschwung der Wölfe hatte zweifelsohne Labbadia, der im Februar 2018 das Ruder übernahm und aus dem Abstiegskandidaten einen Klub mit internationalen Ambitionen formte. 


Seit Juni 2018 arbeitet der Fußballlehrer dabei mit Schmadtke zusammen. Eine enge Bindung konnten die beiden Fußballfachmänner seitdem aber nicht aufbauen.

Joerg Schmadtke

Jörg Schmadtke gilt im persönlichen Umgang als nicht immer einfach



Im Sommer läuft der Vertrag des Trainers aus und laut Informationen des kicker deutet bis jetzt vieles daraufhin, dass das Arbeitspapier nicht verlängert wird. Ein Grund soll dabei das angespannte Verhältnis der beiden sein. Gegenüber der BILD machte der Geschäftsführer Sport keinen Hehl daraus, dass er mit seinem Coach nicht auf einer Wellenlänge agiere.


"Wir haben ein arbeitsbezogenes Verhältnis. Wir unterhalten uns sachlich. Es ist nicht so, dass wir eine enge freundschaftliche Verbindung haben. Ich werde sicher mit ihm keine Kochrezepte austauschen oder einen gemeinsamen Urlaub planen. Das ist manchmal so, ist aber auch nicht schlimm aus meiner Sicht. Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht", so die ungewohnt offenen Worte des Funktionärs. 


Dabei nannte der Kaderplaner auch die Gründe, wieso eine solche Nicht-Beziehung zustande kam: "Ich musste den Klub kennenlernen, er war auch noch relativ frisch hier. Wir hatten beide viel zu tun."

Bruno Labbadia

Bruno Labbadia vertritt auch gegen Widerstände seine Meinung



Negative Auswirkungen für den VfL habe der erfahrene Manager dabei aber noch nicht ausmachen können. Dabei verwies der ehemalige Hannoveraner auch auf seine Zeit bei 96, als er mit Mirko Slomka erfolgreich zusammengearbeitet hatte, obwohl er auch zu diesem Übungsleiter keine persönliche Bindung aufbauen konnte. "Das Verhältnis und die Emotionen sind keine Grundvoraussetzungen für Vertragsgespräche", lautet daher die Devise des 54-Jährigen.


Ein Schulterschluss zwischen Coach und sportlicher Leitung sieht freilich jedoch ganz anders aus, zumal der gebürtige Düsseldorfer zum Abschluss noch einmal nachlegte. "Wir werden uns unterhalten und sehen, ob unsere Gedanken übereinstimmen, was die Zukunft des VfL Wolfsburg angeht, oder nicht. Es ist nämlich nicht gut, wenn man unterschiedliche Vorstellungen hat", so Schmadtke, der anstatt die Wogen zu glätten, eher für noch mehr Unruhe sorgte.