Fünf Abgänge in der sportlichen Führung muss die ​TSG Hoffenheim bereits verkraften, nun wird auch noch über einen Abgang von Alexander Rosen spekuliert. Würde der Direktor Profifußball tatsächlich zum ​FC Schalke 04 wechseln, stünden die Hoffenheimer im Sommer ​ohne Personal auf den wichtigsten Leitungspositionen da.


Die TSG Hoffenheim steht im Sommer wohl vor einem größeren Umbruch. Obwohl es Interessenten für einige Spieler, ​vor allem Joelinton, gibt, ist damit aber nicht die Mannschaft gemeint. Tatsächlich wird sich im Bereich der sportlichen Führung einiges tun, manches hat sich sogar bereits getan. In erster Linie ist da natürlich der Abgang von Trainer Julian Nagelsmann zu nennen, der im Sommer zu ​RB Leipzig wechseln wird.


Doch der 31-Jährige geht nicht alleine, zwei seiner engsten Mitarbeiter werden ihn begleiten: Analyst Benjamin Glück und Teammanager Timmo Hardung bleiben ihrem Chef treu und gehen mit nach Leipzig. Bereits gegangen ist Lutz Pfannenstiel, der im Scouting vor allem im internationalen Bereich für die TSG tätig war und nun Sportvorstand bei ​Fortuna Düsseldorf ist. Zudem wechselt der Leiter der Scoutingabteilung, Michael Mutzel, am 1. April zum ​Hamburger SV, um dort Sportdirektor zu werden. 

Julian Nagelsmann

Julian Nagelsmann trainiert ab Sommer RB Leipzig und nimmt zwei Mitarbeiter mit



"Wir können stolz darauf sein, wenn sich Menschen entwickeln und für sie herausragende Möglichkeiten erhalten", kommentierte Hoffenheims Manager Alexander Rosen die Abgänge im kicker. "Es ist eine Qualität, im Guten auseinander zu gehen, wenn sich für Menschen solche Wahnsinnschancen ergeben. Denn weder Lutz noch Michael konnten hier Sportvorstand oder Sportdirektor werden. Das ist nun einmal so."


Rosen hat also momentan viel zu tun und muss bereits fünf freie Stellen besetzen, dafür habe er aber schon konkrete Pläne in seinem Kopf. Mit Maximilian Vollmar vom ​1. FC Köln steht zumindest schon ein neuer Teammanager bereit. Doch nun gibt es Spekulationen um den Manager selbst: Wie die Bild berichtet, ist der FC Schalke 04 nämlich daran interessiert, Alexander Rosen als Sportdirektor zu installieren. Der 39-Jährige habe eine Ausstiegsklausel und sei der Top-Kandidat bei den Knappen.


Sollte Rosen diesen Schritt tatsächlich wagen, stünde Hoffenheim im kommenden Sommer komplett ohne Führungspersonal im sportlichen Bereich da. Kein Trainer, kein Sportdirektor, kein Scouting-Chef - eine katastrophale Situation. Diese Entwicklung dürfte der TSG beim Werben um ​Wunschtrainer Marco Rose von RB Salzburg sicher alles andere als in die Karten spielen. Mit aktuell zwei Scouts weniger wird die Kaderplanung für die neue Saison ohnehin wohl etwas schwieriger als sonst, was passiert erst, wenn Rosen tatsächlich zu Schalke geht, oder zumindest darüber nachdenkt?

Marco Rose

Marco Rose ist angeblich Wunschkandidat als Nachfolger von Nagelsmann



In den vergangenen fünf Jahren hat Hoffenheims Direktor Profifußball gute Arbeit geleistet: Er hat mit Julian Nagelsmann den richtigen Trainer zur richtigen Zeit ans Ruder gelassen, bei den Transfers ein gutes Auge bewiesen und dabei ein deutliches Plus erwirtschaftet. Zudem gelang in der vergangenen Saison erstmals die Qualifikation zur Champions League. Der Abgang Rosens würde den Verein, vor allem zum jetzigen Zeitpunkt, wohl am härtesten treffen.


Momentan scheint der sich darum allerdings nicht zu kümmern, er ist offenbar voll und ganz mit der Suche nach einem neuen Trainer beschäftigt und möchte diesen noch "im Lauf des Winters" vorstellen, wie er im kicker verriet. So oder so steht der sportlichen Leitung der TSG ein Umbruch bevor. Je nach dem, was an den Gerüchten um Rosen und Schalke dran ist und wie er sich entscheidet, könnte es sogar einen kompletten Neustart geben.