​Sebastian Rudys letztes Jahr war eines zum Vergessen. Heute wird der zuletzt so viel gescholtene Mittelfeldspieler 29 Jahre alt. Im neuen Lebensjahr angekommen, kann es für den Schalker nur eine Blickrichtung geben: nach vorne!


Was Sebastian Rudy im letzten Jahr erlebt hat, war alles andere als schön. Die Meisterschaft gewonnen - klar, er war ja auch beim FC Bayern, dann aber wieder und wieder degradiert, verkauft, dann wieder degradiert. Man kann Mitleid haben mit dem Nationalspieler, man kann ihm aber auch vorwerfen, offenen Auges ins Verderben gelaufen zu sein. Denn Sebastian Rudy ist, vor allem aber war er insbesondere bei ​TSG 1899 Hoffenheim gut. Einfach gut - nicht außergewöhnlich gut. Und Fußballer, die "nur" gut sind, sollten nicht zum ​FC Bayern München gehen. 


Rudy ist bei weitem nicht der Erste, der glaubt, in München den nächsten Karriereschritt gehen zu können, dann aber ins Straucheln gerät. Er ist auch sicher nicht der Letzte. Doch wurde im Falle des Mannes aus Villingen-Schwenningen nicht nur das Bayern-Experiment zum Albtraum, auch konnte und kann der Sechser mit der Verantwortung, die sein 16-Millionen-Transfer zum Vize-Meister Schalke mit sich brachte, nicht umgehen. Das kann man scharf kritisieren, wie Noch-Schalke-Vorstand Heidel es zuletzt wiederholt tat, wie es die enttäuschte Schalker Fangemeinde tut. Man kann aber auch die Gründe für den so bemerkbaren Leistungsabfall des deutschen Nationalspielers eruieren und versuchen, sie zu eliminieren. 

Sebastian Rudy

Auf Schalke hat es Sebastian Rudy noch nicht zum Publikumsliebling gebracht


Denn auch dass beim FC Bayern gescheiterte Spieler nicht gleich nach dem Abgang wieder zu alter Stärke finden, ist auch nichts wirklich Außergewöhnliches. Bei Mario Götze beispielsweise hat es über zwei Jahre gebraucht bis er sich in ​Dortmund an alter Wirkungsstätte wieder als Leistungsträger galt, Lukas Podolski blühte seinerzeit erst nach drei Jahren, beim ​FC Arsenal,  wieder so richtig auf (obgleich er bei einem schwachen ​FC Köln trotzdem zu den Leistungsträgern gezählt hatte).


So gilt es womöglich, Sebastian Rudy, der heute seinen 29. Geburtstag feiert, ebenso Zeit für seine persönliche Rekonvaleszenz zu gewähren. Der Zeitpunkt für einen Neuanfang - vielleicht sogar beim ​FC Schalke - ist günstig. Mit Christian Heidel verlässt einer von Rudys ärgsten Kritikern den Verein. Zudem könnte der Mittelfeldspieler in einem Team, das in der Bundesliga ohnehin keine Aussicht auf Erfolg hat, mit der richtigen Einstellung bis zum Sommer mehr oder weniger befreit aufspielen und versuchen, der Form vergangener Tage etwas näher zu kommen. Dafür und für das gesamte nächste Lebensjahr kann man Sebastian Rudy nur alles Gute wünschen!