Der Boden im Signal Iduna Park hat kurz nach Abpfiff der Partie gegen Bayer Leverkusen gehörig gebebt. Gut 80.000 Steine sind von den Herzen vieler Fans gefallen – nicht nur, weil der BVB dieses enge Spiel für sich entscheiden konnte, sondern auch weil wieder ein Sieg nach der langen Durststrecke herausgesprungen ist. Wir werfen einen Blick auf die Tore des BVB und arbeiten die spieltaktischen Hintergründe heraus.


Besonders nach dem Match in Nürnberg war es für den BVB eminent wichtig, wieder erfolgreich vor des Gegners Tor zu sein. Hat man sich beim Club noch an der dicht gestaffelten Defensive die Zähne ausgebissen, konnte der BVB am vergangenen Sonntag gegen Leverkusen drei Treffer erzielen.


Das 1-0:

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-LEVERKUSEN

Witsel, Akanji und Zagadou stifteten bei diesem Eckball Verwirrung und sorgten mit gut einstudierten Laufwegen dafür, dass ihre Bewacher Tah, Jedvaj und Baumgartlinger für einen kurzen Moment die Zuordnung verloren und insbesondere Akanji sich von Jedvaj absetzen konnte. Akanji verfehlte den Ball zwar denkbar knapp, doch hinter ihm setzte sich Zagadou gedankenschnell vor Tah in Szene und konnte den Ball über die Linie drücken. Das Tor war der Dosenöffner zur richtigen Zeit, nachdem Bayer 04 das Spiel zuvor deutlich dominiert hat. 


Das 2-1:

Im direkten Gegenzug nach dem 1-1 Ausgleich durch Volland konnte der BVB wieder in Führung gehen. Sehr wichtig bei diesem Treffer war der gute Laufweg von Guerreiro, der im linken Halbraum geblieben ist und den Rechtsverteidiger von Bayer 04, Mitchell Weiser, nach innen gezogen hat. Auf diese Weise wurde der Weg auf dem Flügel für Diallo frei, der im Anschluss seine Flanke auf Sancho relativ unbedrängt hereinbringen konnte. Linksverteidiger Jedvaj war dabei ein wenig zu zentrumsorientiert und ließ Sancho, der in seinem Rücken anlief, zu viel Raum.



Das 3-1:


Bei diesem Gegentreffer hatte Bayer Leverkusen auf den ersten Blick eine gute Staffelung: Drei Spieler im sensiblen Bereich direkt vor dem Tor und mit Baumgartlinger und Aranguiz eine gute Absicherung im Rückraum.

Hier wird jedoch gut ersichtlich, dass Aranguiz nur zum Ball blickte und nicht auf Götzes Laufweg in seinem Rücken reagierte. Hätte er ihn möglicherweise zuvor durch einen kurzen Schulterblick fokussiert, könnte sich Aranguiz den entscheidenden Meter hin zu Götze orientieren und wäre schließlich nicht zu spät am Ball. Götze konnte dieses Momentum ausnutzen und letztlich den Siegtreffer erzielen.


Fazit:

Der BVB konnte sich durch diesen Sieg wichtige Punkte im Meisterkampf sichern und den FC Bayern zunächst ein wenig auf Distanz halten. Alle Tore gegen Bayer Leverkusen sind durch Flanken und Hereingaben von den Außenpositionen gefallen und konnten dort – auch mit ein wenig Glück – verwertet werden. Es zeigt jedoch auch, dass dem BVB momentan ohne Marco Reus die spielerische Durchschlagskraft aus dem Zentrum heraus fehlt. Dass Flanken hier ein probates Gegenmittel sind, hat der BVB am Sonntag eindrucksvoll bewiesen.