​Am Sonntag sorgte ein Bericht von Sport1 für Aufsehen. Dabei wollte der TV-Sender in Erfahrung gebracht haben, dass Angreifer ​Joelinton im kommenden Sommer die ​TSG 1899 Hoffenheim verlassen und sich für unglaubliche 60 Millionen Euro dem englischen Klub Newcastle Untied anschließen werde. Dabei sollte man diese Meldung aus mehreren Gründen jedoch mit Vorsicht genießen.


Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf das sportliche Potenzial des 22-Jährigen. Der Brasilianer war bereits im Sommer 2015 ins Kraichgau gewechselt, konnte sich bei seinem ersten Anlauf jedoch unter Trainer ​Julian Nagelsmann nicht durchsetzen. Man entschied sich daher den Angreifer an Sturm Graz auszuleihen. Die Extra-Runde tat dem robusten Offensivspieler gut und im Sommer 2018 kehrte ein sichtlich gereifter Joelinton nach Hoffenheim zurück.


Seitdem imponiert der 1,86-Meter-Schlaks durch seine Fähigkeit, so ziemlich jeden Ball in der Offensive festzumachen. Mit 13 Torbeteiligungen in 22 Ligaspielen stimmt auch seine Quote und so kann man mit Sicherheit festhalten, dass sich der Mittelstürmer in der Bundesliga etablieren konnte. Eine Ablösesumme in diesen Größenregionen rechtfertigt die Bilanz jedoch mit Sicherheit nicht, zumal man nicht vergessen sollte, dass selbst Roberto Firmino bei seinem Wechsel zum FC Liverpool lediglich 41 Millionen Euro in die Vereinskassen der TSG spülen konnte.

Joelinton,Julian Nagelsmann

Joelinton genießt das Vertrauen seines Trainers Julian Nagelsmann


In der Geschichte der Bundesliga wurden bisher ohnehin überhaupt nur vier Spieler für noch mehr Geld abgegeben. Dabei handelte es sich bei Ousmane Dembele, Kevin de Bruyne, Christian Pulisic und Pierre-Emerick Aubameyang jedoch, mit Verlaub, um ganz andere Kaliber. Ein weiterer etwa bei Pulisic nicht zu unterschätzender Effekt bliebe bei einem Wechsel von Joelinton zudem aus. So gilt der BVB-Star als absolutes Aushängeschild des US-amerikanischen Fußballs und wird nach seinem Wechsel zum FC Chelsea jede Menge Aufmerksamkeit generieren. Joelinton hingegen, kommt bekanntlich aus Brasilien und geht in der Menge der Elite-Kicker vom Zuckerhut doch ziemlich unter.


Der englische Markt ist aufgrund der extrem hohen TV-Einnahmen zwar kaum mit den Gegebenheiten in der Bundesliga zu vergleichen, dennoch scheint die kolportierte Ablösesumme doch sehr hoch gegriffen zu sein, zumal Newcastle-Boss Mike Ashley eigentlich nicht dafür bekannt ist, gerne tief in die Taschen zu greifen. So ist Michael Owen noch immer der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte und die Verpflichtung des mittlerweile längst nicht mehr aktiven Spielers liegt mehr als 13 Jahre zurück. 

Mike Ashley,Lee Charnley

Mike Ashley gilt im Ligavergleich eigentlicheher als geizig


Für Joelinton wäre nun mehr als das Doppelte fällig! Dass aber auch die Magpies ihre Zurückhaltung zeitweise ad acta legen, zeigt das Beispiel Yoshinori Muto. Der Japaner wechselte im Februar 2018 zum englischen Erstligisten und bescherte dem 1. FSV Mainz 05 so satte zehn Millionen Euro Ablöse. Im Vergleich zum vermeintlichen Joelinton-Deal wäre aber auch dies kaum der Rede Wert. Unterm Strich erscheint der Joelinton-Wechsel zu den genannten Konditionen daher aktuell kaum realistisch.